1.400 Lkw täglich: Das steckt hinter den Maut-Routen

Auf vielen Autobahnen und Schnellstraßen im Burgenland sind heuer weniger Lkw unterwegs. Gleichzeitig will das Land eine neue Maut für den Schwerverkehr auf ausgewählten Landesstraßen berechnen. Was zunächst widersprüchlich klingt, zeigt bei genauerem Blick vor allem eines: Die geplante Lkw-Maut richtet sich nicht gegen einen allgemeinen Anstieg des Lkw-Verkehrs, sondern gezielt gegen Transitverkehr auf bestimmten Routen.
Eine aktuelle Analyse des VCÖ auf Basis von Asfinag-Daten zeigt: Im ersten Halbjahr 2026 ging der Schwerverkehr an zehn von 16 Zählstellen im Burgenland zurück.
S31 bei Mattersburg: minus 10,2 Prozent
A3 bei Großhöflein: minus 3,4 Prozent
S31 bei Wulkaprodersdorf: minus 3,3 Prozent
Blick auf die drei Achsen
Ganz anders sieht es allerdings auf einzelnen Achsen aus. Auf der A6 bei Potzneusiedl nahm der Schwerverkehr gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 14,4 Prozent zu. Rund 600.000 Lkw wurden dort innerhalb von sechs Monaten registriert. Auf der A4 bei Bruckneudorf waren es rund 1,6 Millionen Lkw – ein Plus von 3,7 Prozent.
Genau in diesem Verkehrsnetz, den Bundesstraßen soll aber die Lkw-Maut greifen: auf drei Landesstraßenkorridoren von Klingenbach über die B16 Richtung A3, von Rattersdorf über B61 und B61a Richtung S31 sowie von Schachendorf über die B63 und Teile der B50 Richtung A2.
Neue Zahlen des Landes zeigen nun auch, wie viele Lkw an den drei Grenzübergängen unterwegs sind:
Klingenbach: durchschnittlich 550 Lkw pro Tag (rund 2,5 % Schwerverkehr)
Rattersdorf: 450 Lkw pro Tag (rund 6 % Schwerverkehr)
Schachendorf: knapp über 400 Lkw pro Tag (Anteil nicht berechenbar, Schwerverkehr fehlt)
Damit passierten allein diese drei Zählstellen im Tagesdurchschnitt rund 1.400 Lkw.
Diese Strecken zählen dennoch nicht durchwegs zu den am stärksten befahrenen Straßen des Landes. Die B61a etwa kommt je nach Zählstelle auf rund 5.000 bis 6.500 Fahrzeuge täglich. Ihre Bedeutung liegt vielmehr in ihrer Funktion: Sie verbindet die ungarische Grenze mit dem höherrangigen Straßennetz – der Anteil des Schwerverkehrs liegt hier bei rund sechs Prozent.
Verkehr insgesamt steigt
Dass diese Routen für den Transitverkehr relevant sind, ist schon länger bekannt. Bereits vor mehreren Jahren ließ das Land Herkunft und Ziel von Lkw an Grenzübergängen untersuchen. Rattersdorf und Schachendorf wurden dabei als wichtige Lkw-Routen identifiziert. Für Klingenbach wurde geprüft, wie Fernverkehr stärker auf A4 und A6 verlagert werden könnte – laut Land hätte diese Verlagerung der Lkw die Ortsdurchfahrten im Schnitt um rund 79 Prozent reduziert.
Auch die jüngsten Verkehrszahlen auf den Landesstraßen aus dem Jahr 2025 zeigen steigende Gesamtbelastungen. Auf der B16 bei Klingenbach wurden 2025 durchschnittlich 22.471 Fahrzeuge pro Tag gezählt, 2023 waren es noch 22.057. Auf der B63 bei Schachendorf stieg der Wert im selben Zeitraum von 6.224 auf 6.692 Fahrzeuge.
Lkw-Maut im Burgenland
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21.08.2026, 3:03