Auch Asien gegen Infantino - Investorenpläne wohl vor dem Aus

Stand: 31.07.2026 • 11:38 Uhr
Der Widerstand gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino wird immer breiter. Rein rechnerisch haben seine Investorenpläne keine Mehrheit mehr.
Nach der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hat auch der Kontinentalverband CONCACAF den Investoren-Deal von FIFA-Präsident Gianni Infantino einstimmig abgelehnt. Das teilte der Verband für Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik nach einer Sitzung am Donnerstag mit.
Am Freitag äußerte zudem der asiatische Verband AFC seine solidarische Unterstützung mit UEFA und CONCACAF. "Dass die Situation so weit eskaliert ist, dass ein Boykott der FIFA-Weltmeisterschaft öffentlich diskutiert wird, sollte jeden beunruhigen, dem die Zukunft unseres Sports am Herzen liegt. Der Fußball hätte niemals in eine solche Lage geraten dürfen", schrieb der Verband.
Zusammengerechnet haben nun 136 der 211 FIFA-Verbände über ihre Kontinentalverbände ihre Ablehnung ausgedrückt, die Investorenpläne haben demnach rechnerisch keine Mehrheit mehr. Es ist denkbar, dass einzelne Nationalverbände im Ernstfall abweichend abstimmen, aber angesichts der immer breiter werdenden Opposition dürften die Pläne scheitern.
Zweifel an Vorgehen
Der Sitzung der CONCACAF hatten unter anderem die Präsidenten der 41 Mitgliedsverbände sowie Präsident Victor Montagliani beigewohnt. "Während der Sitzung äußerten die Mitgliedsverbände erhebliche Bedenken hinsichtlich des Fehlens eines ordnungsgemäßen Entscheidungsverfahrens im Zusammenhang mit diesem Vorschlag. Kritisiert wurden insbesondere die künstlich kurz gesetzte Frist sowie die Tatsache, dass weder die zuständigen FIFA-Gremien den Vorschlag geprüft noch genehmigt hatten", hieß es in dem Statement.
"Darüber hinaus wurde infrage gestellt, weshalb überhaupt eine Finanzierung durch Private-Equity-Investoren erforderlich sein sollte, um neue und bestehende FIFA-Forward-Programme zu finanzieren - insbesondere nach der finanziell erfolgreichsten FIFA-Weltmeisterschaft der Geschichte."
UEFA droht mit Boykott
Zuvor hatten alle 55 UEFA-Nationalverbände einen Boykott aller FIFA-Turniere beschlossen, sollte das Vorhaben des Weltverbandes, Anteile an der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, umgesetzt werden.
Infantino hat den Mitgliedsverbänden eine Zustimmungsfrist bis zum 19. September gesetzt. Die Verbände werden mit hohen Summen und der Aussicht auf eine nochmals erweiterte WM geködert. Eine einfache Mehrheit plus Zustimmung durch den FIFA-Rat sollen reichen, um die Vorhaben umzusetzen.
CONCACAF setzt auf FIFA-Reserven
Neben dem abgelehnten Vorschlag beauftragte die CONCACAF, deren Mitglieder USA, Kanada und Mexiko jüngst die XXL-WM ausgetragen hatten, ihre Weltverbands-Ratsmitglieder, "mit der FIFA zu erörtern, wie die umfangreichen bestehenden FIFA-Reserven genutzt werden können, um die Finanzierung des FIFA-Forward-Programms für die Fußballentwicklung in unserer Region zu erhöhen".
Zudem sollen die Ratsmitglieder Infantino anweisen, dass dieser sicherstellen solle, "dass alle Angelegenheiten gemäß den FIFA-Statuten den ordnungsgemäßen Governance-Prozessen über die Verwaltung und den FIFA-Rat folgen". Mit den Maßnahmen bekräftige CONCACAF, "dass die Zukunft des Fußballs - und sein wertvollstes Gut - in den Händen unserer Fußballfamilie bleiben muss".