Bauland gegen Rechenleistung: Pentagon �ffnet Milit�rbasen f�r Rechenzentren

Mindestens einer der Standorte für Rechenzentren auf US-Militärbasen liegt in der Nähe eines Testgeländes für Chemie- und Biowaffen.
Bis zum Jahr 2029 soll ein Rechenzentrum auf dem Gelände der Militärbasis Dugway Proving Ground errichtet werden. Bild:
George Frey/Getty Images
Das US-Verteidigungsministerium plant den Bau von KI-Rechenzentren auf Grundstücken der verschiedenen Teilstreitkräfte der USA. Wie die auf Informationen über das US-Militär spezialisierte Webseite Military.com berichtet(öffnet im neuen Fenster), haben die US Army und die US Air Force seit dem Jahr 2025 mindestens ein Dutzend Stützpunkte für den Bau kommerzieller Rechenzentren geöffnet.
Beteiligte Unternehmen sollen die Kosten für den Bau, den Betrieb und die Wartung der Rechenzentren tragen und dem US-Militär im Gegenzug für die Nutzung des Baulands Zugang zu Rechenleistung gewähren. Für zwei der bislang geöffneten Standorte wurden bereits vorläufige Vereinbarungen getroffen.
Diese sehen vor, dass die Betreiber der Rechenzentren eine Netto-Null-Wassernutzung garantieren und eine vom lokalen Stromnetz unabhängige Energieversorgung aufbauen müssen. Letzteres wird als problematisch angesehen, weil sich einige der Flächen weniger als einen Kilometer von bewohnten Gegenden entfernt befinden und die Anwohner einer erhöhten Lärmbelästigung ausgesetzt sein könnten.
Standort in der Nähe eines Testgeländes
Im US-Kongress wird außerdem gefordert, dass in Rechenzentren auf dem Gelände des US-Militärs keine Komponenten aus China, Russland, Iran oder Nordkorea verbaut werden dürfen und detaillierte Prüfungen zu Energieverbrauch, Lärm- und Lichtverschmutzung durchgeführt werden. Die US Army hält dagegen, dass derartige Regeln und Auflagen interessierte Firmen abschrecken könnten.
Für ein auf dem Gelände von Fort Bliss im US-Bundesstaat Texas geplantes Rechenzentrum wird die Betriebsfähigkeit im Jahr 2027 erwartet. Für den Stützpunkt Dugway Proving Ground im US-Bundesstaat Utah wird eine Inbetriebnahme im Jahr 2029 angestrebt. Der Standort in Dugway ist zwar sehr abgelegen, steht aber ebenfalls in der Kritik, weil er sich in der Nähe eines der wichtigsten Testgelände für Bio- und Chemiewaffen befindet.