Behörden: Mehr als 6100 Erdbeben-Opfer in Venezuela

Mehr als fĂĽnf Wochen nach dem schweren Doppelerdbeben in Venezuela hat die Zahl der Todesopfer eine weitere Tausendermarke ĂĽberschritten. Dem Präsidenten der Nationalversammlung, Jorge RodrĂguez, zufolge kamen mindestens 6125 Menschen ums Leben.
Die Opferzahl dürfte weiter steigen: Laut der inoffiziellen Website "Desaparecidos Terremoto Venezuela" (Vermisste Erdbeben Venezuela) suchen Angehörige oder Bekannte immer noch nach etwa 30.000 Menschen. Ein anderes Portal, "Venezuela Te Busca" (Venezuela sucht Dich), beziffert die Zahl der Vermissten auf knapp 18.000. Offizielle Angaben hierzu gibt es nicht.
Mehr als zwei Millionen Tonnen Schutt
Auch die Beseitigung der TrĂĽmmer ist längst nicht beendet. Laut RodrĂguez, dem Bruder der geschäftsfĂĽhrenden Präsidentin Delcy RodrĂguez, wurden bislang 346.000 Tonnen Schutt weggeräumt. Dies entspricht rund 17 Prozent der vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) auf 2,1 Millionen Tonnen geschätzten Gesamtmenge, die durch die Erdstöße entstanden ist. Mehr als 800 Gebäude wurden beschädigt oder stĂĽrzten vollständig ein.
Improvisierte Gedenkstätte an einem eingestürzten Gebäude in La Guaira (Archivbild)Bild: Ariana Cubillos/AP Photo/picture alliance
Wie die oppositionelle Zeitung "El Pitazo" schreibt, kritisierten Bewohner einer betroffenen Region, staatliche Stellen versuchten mit der raschen Räumung von Trümmern, Mängel an den eingestürzten Bauten zu vertuschen. Nach Medienberichten waren zahlreiche Häuser nicht ausreichend erdbebensicher.
Sachschaden von fast 20 Milliarden Dollar
Die Beben der Stärken 7,2 und 7,5 erschütterten Venezuela am 24. Juni. Nach Schätzungen der Weltbank verursachten sie unmittelbare Sachschäden in Höhe von fast 20 Milliarden US-Dollar (rund 17 Milliarden Euro). Fast die Hälfte der Schadenssumme entfiel demnach auf Wohngebäude. Besonders betroffen waren der Bundesstaat La Guaira und der Hauptstadtdistrikt Caracas.
Wie Delcy RodrĂguez ankĂĽndigte, sollen bis Ende des Jahres insgesamt 4000 Wohnungen an Menschen ĂĽbergeben werden, die durch die Katastrophe ihr Obdach verloren. Rund 300 Wohneinheiten wurden der Regierung zufolge schon bereitgestellt.
jj/pgr (dpa, afp, epd)