FCC: Amazon Leo verbindet Smartphones direkt per Satellit

Amazon Leo kündigt Mobilfunk über ein Satellitennetz an. In Frequenzbereichen ist es Starlink überlegen, hat aber in anderen Punkten Nachteile.
D2D von Amazon Leo soll Mobilfunk in abgelegenen Regionen bieten. Bild:
Amazon Leo
Amazon Leo hat bei der US-Bundeskommunikationskommission FCC einen Antrag(öffnet im neuen Fenster) auf den Einsatz von bis zu 5.105 Satelliten für die direkte Satellitenkommunikation mit Smartphones (Direct-to-Device) gestellt. Wie der Konzern am 27. Juli 2026 erklärte(öffnet im neuen Fenster), soll das D2D-System über Verbindungen im L- und S-Band direkt mit vorhandenen Smartphones kommunizieren.
Anders als SpaceX, das Mobilfunkfrequenzen bei 1,9 GHz von Partnern wie T-Mobile nutzen muss, setzt Amazon auf das L- und S-Band von Globalstar, dessen lizenziertes Mobilsatellitenspektrum (MSS).
Für die Feeder-Links, die Verbindungen zwischen Satelliten und Bodenstationen für den Internet-Backhaul herstellen, sollen Frequenzen im Ka- und V-Band mit höherer Kapazität genutzt werden.
Im Gegensatz zu Bent-Pipe-Satellitenarchitekturen, die unkomprimierte Signale zur Erde weiterleiten, verfügt die D2D-Technik von Amazon Leo über eine digitale Signalverarbeitung. Zudem setzt der US-Konzern auf optische Verbindungen zwischen den Satelliten sowie auf Beam Hopping und digitales Beamforming zur gezielten Signalsteuerung. Das Unternehmen erklärte, die Technologie optimiere die Frequenzeffizienz und minimiere den Energieverbrauch bei Endgeräten.
Verknüpfung mit AWS
Von Globalstar gekauftes MSS-Spektrum (Mobile Satellite Services) werde mit der Cloudinfrastruktur von Amazon Web Services (AWS) kombiniert. Amazon Leo betonte, seine D2D-Architektur sei darauf ausgelegt, terrestrische Netze durch die Abdeckung von Funklöchern zu ergänzen. Der Anbieter hat bereits Vereinbarungen mit Betreibern wie der Vodafone Group, DirecTV, Herotel und dem australischen NBN geschlossen.
Amazon kaufte den Leo-Satellitennetzbetreiber Globalstar am 14. April 2026 für 11,57 Milliarden US-Dollar. Globalstar hatte zu der Zeit einen Börsenwert von rund 9 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen mit Sitz in Covington im US-Bundesstaat Louisiana betreibt Satelliten in der erdnahen LEO-Umlaufbahn und wurde zuvor stark von Apple finanziert.
Die Bodenstationen und die Laserverbindungen sind direkt an die AWS-Cloud gekoppelt. Daten von IoT-Sensoren, Flotten und Industriestandorten fließen ohne Umwege über Drittanbieter in Amazons Server.
SpaceX dominiert den Raumfahrtmarkt bei den Startkosten und der Kadenz so stark, dass Starlink einen jahrelangen Vorsprung hat. Wenn Amazon 2028 den ersten D2D-Satelliten startet, ist Starlinks Mobile-Netzwerk längst etabliert.
Interessant an Amazons Lizenzantrag ist, dass sie neben den Globalstar-Frequenzen auch welche von Viasat verwenden wollen. Doch Viasat hat gemeinsam mit der emiratischen Space42 das Joint Venture Equatys gegründet hat, das eine eigene D2D-Konstellation starten möchte.
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