FIFA-Chef Infantino gibt umstrittene InvestorenplĂ€ne fĂŒr FuĂball-WM auf

Nach massivem Widerstand
FIFA-Chef Infantino gibt umstrittene InvestorenplÀne auf
Stand: 01.08.2026 âą 03:25 Uhr
Mit seinen PlĂ€nen, WM-Anteile an Investoren zu verkaufen, hatte FIFA-Chef Infantino Empörung ausgelöst. In der Nacht teilte der FuĂball-Weltverband mit, das Vorhaben werde nicht weiterverfolgt. Auch innerhalb der FIFA hatte es Kritik gegeben.
Der FuĂball-Weltverband FIFA gibt seine umstrittenen InvestorenplĂ€ne auf. Der Vorschlag werde nicht weiter verfolgt, erklĂ€rte VerbandsprĂ€sident Gianni Infantino in einer in der Nacht veröffentlichten Stellungnahme.
Infantino beugte sich damit dem Druck, der in den vergangenen Tagen immer gröĂer geworden war. "Nachdem wir uns alle Standpunkte aufmerksam angehört haben, ist deutlich geworden, dass das Projekt zu Spaltungen gefĂŒhrt hat, die - unabhĂ€ngig vom AusmaĂ der UnterstĂŒtzung - nicht mehr im Interesse des ursprĂŒnglich angestrebten Ziels liegen", begrĂŒndete Infantino seine abrupte Kehrtwende.
UEFA hatte mit WM-Boykott gedroht
Der umstrittene FIFA-Chef hatte einen milliardenschweren Verkauf von Anteilen an den FuĂball-Weltmeisterschaften an Investoren angestrebt. Mit dem Verkauf von rund 20 Prozent der Anteile sollten bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar (3,6 Milliarden Euro) eingenommen werden. FĂŒr die Umsetzung wollte die FIFA das Tochterunternehmen FIFA Forward Enterprise (FFE) grĂŒnden. Laut Berichten hatte der Weltverband eine Frist fĂŒr die Zustimmung zum geplanten Investorendeal bis zum 19. September gesetzt und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung.
Die FuĂballverbĂ€nde in Europa (UEFA), Asien (AFC) und fĂŒr Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik (CONCACAF) hatten sich allerdings klar dagegen ausgesprochen. Damit war es fĂŒr Infantino ziemlich aussichtslos geworden, eine Mehrheit fĂŒr seine PlĂ€ne unter den weltweit 211 MitgliedsverbĂ€nden der FIFA zu bekommen. Die UEFA hatte sogar mit einem WM-Boykott gedroht. "Keine Nationalmannschaften aus der UEFA werden an irgendeinem FIFA-Wettbewerb teilnehmen, solange diese VorschlĂ€ge weiterbestehenâ, teilte die UEFA nach einem Dringlichkeitstreffen am Donnerstag mit.
"Projekt einer einzigen Person"
Zudem bröckelte auch innerhalb der FIFA die UnterstĂŒtzung fĂŒr Infantino. Carlos Cordeiro, ein hochrangiger Berater Infantinos, trat aus Protest gegen das Vorhaben zurĂŒck. Dabei wĂ€hlte er drastische Worte: "Als leitender Berater des FIFA-PrĂ€sidenten, frĂŒherer Banker und lebenslanger FuĂball-Fan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die FIFA den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in ErwĂ€gung zieht", schrieb der TopfunktionĂ€r auf der Plattform LinkedIn. "Es ist ein schlechtes GeschĂ€ft fĂŒr die FIFA-MitgliedsverbĂ€nde, ein schlechtes GeschĂ€ft fĂŒr den FuĂball und ein schlechtes GeschĂ€ft fĂŒr die langfristige Zukunft dieses Sports."
Der operative GeschĂ€ftsfĂŒhrer der FIFA, Kevin Lamour, sagte, die Mitarbeiter des FuĂball-Weltverbands seien von Infantino getĂ€uscht worden. Er beschrieb den Vorschlag als "Projekt einer einzigen Person".
"Niemand hat das Recht, unseren Sport zu verkaufen"
Mögliche FFE-Investoren wurden bereits genannt, etwa Thrive Capital, eine Investmentgesellschaft von Joshua Kushner - er ist der Bruder von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-PrĂ€sident Donald Trump. Ex-FIFA-Chef Sepp Blatter erklĂ€rte dazu: "Die enge Beziehung zwischen dem FIFA-PrĂ€sidenten und dem US-PrĂ€sidenten hat eine finanzielle Dimension angenommen, die dem FuĂball erheblichen Schaden zufĂŒgt. Niemand hat das Recht, unseren Sport zu verkaufen."
Die enge Beziehung zwischen Infantino und Trump hatte bereits in den vergangenen Monaten und auch wĂ€hrend der kĂŒrzlich zuende gegangenen FuĂball-WM in den USA, Kanada und Mexiko immer wieder fĂŒr Empörung und Kritik gesorgt.