Griechische Feuerwehr kämpft gegen Waldbrand nahe Athen

Inmitten heftiger Winde geht die Feuerwehr rund 70 Kilometer nordwestlich der griechischen Hauptstadt Athen gegen die Flammen vor. Über 300 Kräfte seien im Gebiet um den beliebten Ferienort Porto Germeno in der Region Viotia gegen die Flammen im Einsatz, teilte die Feuerwehr mit. "Das Feuer hat das Meer erreicht, Häuser sind mit Sicherheit beschädigt worden", sagte ein Feuerwehrsprecher.
Der Wind sei "sehr stark", fügte er hinzu. Die Einsatzkräfte versuchten Löschflugzeuge zu verwenden, aufgrund der schwierigen Bedingungen seien einige der Maschinen jedoch zu einem anderen Brand auf der Halbinsel Peloponnes verlegt worden. Dem Wetterdienst des Nationalen Observatoriums von Athen zufolge wurden am Samstag Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern gemessen.
Das Feuer war am Freitag in der Nähe des benachbarten Küstendorfes Agios Vasileios ausgebrochen. Die Bewohner ignorierten zunächst den Aufruf des Zivilschutzes zur Evakuierung. Rund 300 Menschen mussten auf dem Seeweg in Sicherheit gebracht werden.
Höchste Warnstufe in mehreren Regionen
Der Umweltschaden sei "enorm", sagte der Bürgermeister von Theben, Giorgos Anastasiou, dem griechischen Fernsehsender Open TV. Der Meteorologe Theodoros Giannaros vom Nationalen Observatorium von Athen erklärte im Onlinedienst Facebook, der Schaden im Gebiet von Porto Germeno sei "unvorstellbar". Das betroffene Gebiet "scheint 4000 bis 5000 Hektar zu überschreiten".
Waldbrand bei Drimiskos auf KretaBild: Costas Baltas/Anadolu
Auch anderenorts in Griechenland loderten in dieser Woche Feuer, darunter auf der Insel Kreta, auf dem Peloponnes und auf den Ägäisinseln Paros, Kalymnos und Andros. Für einen Teil des Vorortes Chaidari westlich von Athen gaben die Behörden am Freitag einen Evakuierungsaufruf aus. Drei Feuerwehrleute kamen beim Kampf gegen die Flammen bislang ums Leben.
Im Großraum Athen, in Teilen des Peloponnes und Kretas, im Zentrum Griechenlands sowie in der Grenzregion zur Türkei gilt die höchste Warnstufe. Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hatte am Donnerstag gewarnt, Griechenland steuere auf "schwierige Tage" zu.
Brände in Spanien eingedämmt
In Spanien sind die verheerenden Waldbrände in den Regionen Madrid, Ávila und Toledo inzwischen weitgehend eingedämmt. Einsatzkräfte arbeiteten allerdings am Freitag in der nordwestlichen Provinz Zamora weiter daran, noch vorhandene Brandherde in Wohnhäusern zu löschen und Ausbreitungen einzudämmen, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.
Verbrannte Erde: In der spanischen Region Ávila haben die Waldbrände Spuren hinterlassenBild: Edu Leon/JNA PRESS/Sipa USA/picture alliance
Grund zur Erleichterung gibt es in der Provinz Castellón im Osten des Landes: Der große Waldbrand im Gebiet Vall d'Uixó nördlich von Valencia, in dem mehr als 9500 Hektar zerstört wurden, breitete sich nach Behördenangaben nicht weiter aus. Rund 2800 Menschen hätten deshalb in ihre Häuser in den Gemeinden Eslinda und Artana zurückkehren dürfen, kündigte der verantwortliche Beamte für Notfälle der Regionalregierung von Valencia, Juan Carlos Valderrama, an. Die meisten Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen wurden in Spanien inzwischen aufgehoben.
"Verbesserung der Lage" bei Bordeaux
Im südfranzösischen Département Var, zwischen Marseille und Cannes, ist ein Brand wieder aufgeflammt, der sich schnell ausbreitete. Innerhalb weniger Stunden wurden am Freitag 1000 Hektar verwüstet, wie die Präfektur mitteilte. Etwa 2500 Menschen mussten demnach evakuiert werden. Laut Angaben in der Nacht waren 720 Feuerwehrleute im Einsatz. Sie hätten sich darauf konzentriert, sensible Stelle zu schützen und das Vorrücken des Feuers einzudämmen, hieß es.
Feuerwehrmann in der Gironde, wo die Flammen nahe Bordeaux eingedämmt werden konntenBild: Mohamad Salaheldin Abdelghani Alsayed/Anadolu
An der französischen Atlantikküste stellte die Präfektin von Bordeaux dagegen eine "Verbesserung der Lage von Tag zu Tag" fest. Der dortige Großbrand sei zwar noch nicht ganz unter Kontrolle, aber die Situation sei stabil, teilte die Präfektur mit. Der verbrannte Bereich werde auf 42.000 Hektar - eine Fläche etwa viermal so groß wie Paris - geschätzt. Die Präfektur entschied, dass Menschen in mehrere zuvor evakuierte Orte zurückkehren können. Mittlerweile durften den Angaben nach 198.000 der 224.000 Betroffenen nach Hause.
gri/haz (afp, dpa)
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