"GZSZ" und die Virtual Production: Das wurde aus dem Pilotprojekt

Foto: RTL
Mit großem Anbandeln und einer satten Förderung von 400.000 Euro startete die UFA Anfang des Jahres ein ambitioniertes Technologie-Innovationsprojekt bei der RTL-Kultsoap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Ziel war es, KI- und Virtual-Production-Workflows am Standort Babelsberg direkt in die tägliche Serienproduktion zu integrieren. Was wurde daraus? Wir haben nachgefragt.
Das erwartet dich in diesem Artikel:
Der große Plan: Worum es beim Pilotprojekt „GZSZ goes VP“ ging.
400.000 Euro Förderung: Warum das Medienboard Berlin-Brandenburg investierte.
Das exklusive UFA-Statement: Was die Produktionsfirma zum Ausgang sagt.
Das Ergebnis: Was in Folge 8524 wirklich zu sehen war.
Häufige Fragen: Die wichtigsten Fakten zum GZSZ-Technologie-Test im FAQ.
Chronologie des GZSZ-Innovationsprojekts im Ăśberblick
So verlief der Test von den ersten Plänen bis zum tatsächlichen TV-Einsatz:
Phase
Zeitraum / Details
Partner & Projektziele
Ankündigung & Förderung
Anfang des Jahres / 400.000 € durch MBB
Integration von KI & Virtual Production (VP) in serielle Abläufe
Testdrehs
Februar 2026 im LED-Studio Babelsberg
Reproduktion & Erweiterung von Berliner Outdoor-Szenen (z. B. Kottbusser Tor)
Experten-Support
Vorbereitung & Auswertung
Beratung durch Arkanum Pictures & VP-Supervisor Jonathan Ho
Ergebnis im TV
Folge 8524
Lediglich zwei Nachtszenen mit der Figur Nihat im virtuellen Rahmen
Riesiger Vorlauf, winziges TV-Ergebnis? Trotz enormer Vorbereitung schafften es nur zwei Szenen aus dem LED-Studio in die Ausstrahlung.
Fokus auf schwierige Drehorte: KI- und VP-Abläufe sollten die Einbindung urbaner Berliner Plätze wie dem Kottbusser Tor erleichtern, wo Realdrehs kaum möglich sind.
Wertvolle Erkenntnisse statt Serien-Umstellung: Die UFA zieht trotz der geringen Ausbeute im laufenden Programm positive SchlĂĽsse fĂĽr kĂĽnftige Workflows.
Große Ambitionen: KI und LED-Wände für die Berliner Kiez-Atmosphäre
Anfang des Jahres kündigte die UFA das Pilotprojekt „GZSZ goes VP“ an. Am Traditionsstandort Babelsberg sollte erforscht werden, wie sich Virtual Production und künstliche Intelligenz sinnvoll, effizient und dauerhaft in die extrem taktierten Produktionsabläufe einer täglichen Serie integrieren lassen.
Ein zentrales Problem bei Serien wie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ ist das Drehen an realen Hotspots: Motivgenehmigungen für geschäftige Berliner Plätze sind extrem schwer zu bekommen, teuer oder zeitlich kaum umsetzbar. Hier sollte das LED-Studio im Studio Babelsberg Abhilfe schaffen. Mit Hilfe von KI-gestützten Workflows sollten Hintergründe reproduziert, optimiert und im Studio realistisch erweitert werden.
Das Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB) glaubte an das Zukunftsversprechen und unterstützte das Projekt mit 400.000 Euro. Zudem holte sich das „GZSZ“-Team namhafte Verstärkung: Neben Arkanum Pictures und Virtual Production Supervisor Jonathan Ho („Call My Agent – Berlin“) begleiteten hochkarätige Industriepartner wie Studio Babelsberg, ICT, Robe, LAVAlabs, Lux AI, Sons of Motion Picture und Sony das Vorhaben als Creative Consultants.
Exklusives UFA-Statement: „Zahlreiche wertvolle Learnings“
Doch wie schlug sich die High-End-Technologie im harten Soap-Alltag? Auf Anfrage gab eine UFA-Sprecherin exklusiv gegenüber Digitalfernsehen.de Einblick in den Verlauf und das tatsächliche Ausmaß des Tests: „Die eigentliche Testdreh-Phase fand im Februar im LED-Studio im Studio Babelsberg statt“, erklärte sie. Zielsetzung sei die Erprobung KI-gestützter Virtual Production Workflows bei der Reproduktion, Optimierung und Erweiterung zuvor on location gedrehter Szenen gewesen. „Danach ging es dann in die Auswertungsphase der Wirtschaftlichkeit und Qualitätsstandards dieser Testdrehs. Was sowohl UFA als auch MBB sagen können, ist, dass zahlreiche wertvolle Learnings und Know-How aus dem Test gezogen werden und wurden und man sich nun auf dieser Basis weiter mit den Möglichkeiten und Chancen virtueller Produktion beschäftigt.“
Folge 8524: Nur zwei Szenen mit Nihat schaffen es ins Fernsehen
Hinter den Kulissen mag das Projekt zwar wichtige Erkenntnisse über Wirtschaftlichkeit, Grenzen und Qualitätsstandards geliefert haben – für den Zuschauer vor den Bildschirmen blieb der große KI-Umschwung jedoch fast unsichtbar.
Tatsächlich im fertigen Serienmaterial gelandet sind nach Informationen unserer Redaktion lediglich zwei Szenen in Folge 8524. Darin zu sehen: Die Figur Nihat (gespielt von Timur Ülker), die sich nachts am virtuell nachgebauten Kottbusser Tor bewegt.
Ob und wann Virtual Production bei „GZSZ“ wieder zum Einsatz kommt, bleibt offen. Das Pilotprojekt hat vor allem gezeigt: Der Schritt von der isolierten High-Tech-Erprobung hin zur täglichen, kosteneffizienten Fließbandproduktion einer Daily-Soap scheint ungleich größer als erhofft.
FAQ: Häufige Fragen zum Virtual-Production-Test bei GZSZ
Was war das Ziel von „GZSZ goes VP“?
Das Pilotprojekt der UFA sollte testen, wie KI-gestützte Virtual-Production-Workflows (Drehs vor hochauflösenden LED-Wänden) in die reguläre, tägliche Produktion von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ integriert werden können.
Wie viel Fördergeld ist in das Projekt geflossen?
Das Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB) hat das Innovationsprojekt mit 400.000 Euro gefördert.
In welcher Folge waren die virtuellen Szenen zu sehen?
Die Ergebnisse der Testdrehs waren ausschlieĂźlich in Folge 8524 zu sehen. Dabei handelte es sich um zwei Nachtszenen mit der Figur Nihat am Berliner Kottbusser Tor.
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