Hunderttausende auf der Flucht vor Waldbränden
Immer mehr Menschen werden in Frankreich und Spanien vor den Waldbränden in Sicherheit gebracht. Die Behörden sprechen von einem Feuer "beispiellosen Ausmaßes".
25.07.2026 | 2:29 min
Die Waldbrandlage in Frankreich und Spanien hat sich weiter verschärft. Mindestens 230.000 Menschen mussten in den beiden Ländern am Freitag ihr Zuhause verlassen. Eine Person ist nahe der Großstadt Valencia ums Leben gekommen.
Nach Angaben von Frankreichs Innenminister Laurent Nunez wurden im Südwesten Frankreichs bislang mindestens 170.000 Menschen evakuiert. Er betonte, das Land habe noch nie zuvor Brände in diesem Ausmaß erlebt, und versprach, "alles zu tun", um die Stadt Bordeaux zu schützen. Ein örtlicher Vertreter warnte, das Feuer bewege sich auf Bordeaux zu. Die Behörden ordneten daraufhin die Evakuierung mehrerer Orte in der Nähe der Stadt an.
In Spanien wurden laut Innenministerium insgesamt 60.000 Menschen evakuiert. Die Behörde korrigierte ihre Angaben zwischenzeitlich nach unten.
In Spanien kämpfen die Menschen weiterhin gegen großflächige Waldbrände. Die Lage rund um Madrid bleibt kritisch. Mittlerweile sind zwei der drei Brände zu einem Großfeuer verschmolzen.
26.07.2026 | 0:12 min
Premierminister Lecornu beruft Krisenstab ein
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte nach Angaben seines Umfelds die Streitkräfte auf, sich zu mobilisieren und den Zivilschutz "mit maximaler Verstärkung" zu unterstützen. Regierungschef Sébastien Lecornu berief einen interministeriellen Krisenstab ein.
In Frankreich wüten weiterhin unkontrollierte Waldbrände. Aus dem Département Gironde mussten mittlerweile mehr als 200.000 Menschen flüchten.
26.07.2026 | 0:19 min
Er erklärte, insgesamt 1.000 Militärangehörige würden im Kampf gegen die Flammen eingesetzt. Diese haben in der betroffenen Region bereits eine Fläche von 22.000 Hektar verwüstet. Im Kampf gegen die Flammen kam am Samstag erstmals ein speziell umgerüstetes militärisches Transportflugzeug vom Typ A400M zum Einsatz. Der Airbus kann 20 Tonnen Löschmittel abwerfen - etwa doppelt so viel wie ein Löschflugzeug vom Typ Dash.
22.000 Hektar entsprechen mehr als 30.000 Fußballfeldern.
Quelle: ZDF
Halbinsel Cap-Ferret wird vollständig evakuiert
Auf der bei Urlaubern beliebten Halbinsel Cap-Ferret ordneten die Behörden eine vollständige Evakuierung an. Etwa 40 der 1.000 Feuerwehrleute, die den Brand bei Cap-Ferret bekämpften, wurden laut Behörden verletzt.
In Spanien und an der Atlantikküste Frankreichs wüten Waldbrände. Zehntausende Menschen müssen in Sicherheit gebracht werden. Präsident Macron bittet um Hilfe aus dem Ausland.
24.07.2026 | 2:05 min
Das Feuer könnte laut Staatsanwaltschaft durch eine bei Arbeiten an einer Hochspannungsleitung eingesetzten Freischneidemaschine ausgelöst worden sein, deren Nutzung zu diesem Zeitpunkt noch erlaubt war.
In Spanien und Frankreich breiten sich weiter schwere Waldbrände aus. Während Madrid den Notstand ausruft, werden an der französischen Atlantikküste Zehntausende Menschen in Sicherheit gebracht.
24.07.2026 | 1:28 min
Zudem leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen zwei Männer wegen Gefährdung des Lebens anderer ein, nachdem sie beim Rauchen in Waldgebieten ertappt worden waren. Bei einem der beiden stellten Gendarmen demnach fest, dass er bereits am Vortag neben seinem Lagerplatz einen Grill entzündet hatte.
Deutschland-Karte: So hoch ist die Waldbrandgefahr aktuell
Frankreich kämpft insgesamt gegen 32 Waldbrände
Insgesamt kämpften die Einsatzkräfte in Frankreich laut Innenminister Nunez gegen 32 aktive Waldbrände unterschiedlicher Stärke. Seit Jahresbeginn seien bereits mehr als 50.000 Hektar Land verbrannt - fast dreimal so viel wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Baden-Württemberg hat Frankreich Hilfe bei der Bekämpfung der Waldbrände angeboten. Innenminister Manuel Hagel (CDU) schrieb einen entsprechenden Brief an den Präfekten der benachbarten Region Grand Est, Amaury de Saint-Quentin.
In der Provence ist man Waldbrände gewohnt, versucht ihnen effektiv vorzubeugen. Etwa mit freiwilligen Teams, die patrouillieren und kleine Feuer direkt melden, damit sofort gelöscht werden kann.
24.07.2026 | 2:15 min
Madrid: Keine Entwarnung bei Großfeuer
Bei dem Großfeuer nahe Madrid gibt es trotz verbesserter Löschbedingungen vorerst keine Entwarnung: Teile der Gegend westlich der spanischen Hauptstadt waren am Samstag durch die Waldbrände weiter in Rauch gehüllt.
Nach Regierungsangaben breiteten sich die Flammen aufgrund "erheblich" besserer Bedingungen nur noch wenig aus. Bei einem Besuch am Samstag vor Ort sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez, vorrangiges Ziel sei es, "Leben zu retten".
Wir stehen vor einigen schwierigen Stunden, denn auch wenn die Temperaturen gesunken sind, wissen wir nicht genau, wie sich der Wind entwickeln wird, wie stark er sein wird.
Pedro Sánchez, Spaniens Ministerpräsident
Am Freitagabend hatte ein Vertreter der Zentralregierung in Madrid von einer "echten Chance" zur Bekämpfung der Flammen gesprochen. Er verwies auf sinkende Temperaturen, nachlassenden Wind und eine höhere Luftfeuchtigkeit. Gleichzeitig warnte er für Samstag vor stärker werdendem Wind mit Böen.
Spanien ruft erstmals Notstand wegen Waldbränden aus
Studie: Waldbrände heizen Klimawandel an
Die spanische Regierung ruft wegen schwerer Waldbrände den Notstand für Madrid und die Provinz Ávila aus.
24.07.2026 | 1:30 min
Europa unterstützt Löscharbeiten
Die EU entsandte nach Angaben der EU-Kommission vier Löschflugzeuge nach Spanien und drei nach Frankreich. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärte, Deutschland sei bereit, Frankreich im Rahmen des europäischen Katastrophenschutzmechanismus zu unterstützen.
Auch in Italien kämpfen Einsatzkräfte weiter gegen zahlreiche Brände. Besonders betroffen waren Sizilien und Kalabrien. Allein auf Sizilien wurden am Freitag Dutzende Feuer gemeldet.
ZDFheute-KlimaRadar
:Daten zum Klimawandel im Überblick
Der Klimawandel schreitet voran - abgeschwächt wird er, wenn wir weniger CO2 und andere Treibhausgase ausstoßen. Wichtige Daten zum Klimawandel im Überblick:
von Moritz Zajonz
Grafiken
Quelle: AFP, dpa
Über dieses Thema berichtete heute am 25.07.2026 ab 19:00 Uhr.