ifo-Index: Die Zuversicht in der Wirtschaft wächst

Stand: 25.08.2026 • 12:06 Uhr
Zum vierten Mal in Folge ist im August der ifo-Index gestiegen. Die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen hellt sich damit weiter auf. Deutschland trotzt damit auch den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs.
Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen hat sich erneut aufgehellt. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im August auf 88,8 Punkte und damit das vierte Mal in Folge, wie das Münchner ifo-Institut am Vormittag zu seiner Umfrage unter rund 9.000 Führungskräften mitteilte. Der ifo-Geschäftsklimaindex hatte sich bereits im Juli verbessert.
Das ifo-Geschäftsklima fiel auch besser als erwartet aus. Analysten waren im Schnitt lediglich von einem Anstieg auf 87,2 Punkte ausgegangen. Gestützt wurde der Indikator durch gestiegene Erwartungen an künftige Geschäfte und einer besseren Einschätzung der aktuellen Lage. Im Verarbeitenden Gewerbe ist die Stimmung spürbar gestiegen. Auch im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima verbessert.
"Die Zuversicht unter den Unternehmen in Deutschland hat zugenommen", kommentierte ifo-Präsident Clemens Fuest das Ergebnis der monatlichen Umfrage. Trotz des erneuten Energiepreisanstiegs könne sich die deutsche Wirtschaft weiter erholen.
Nahostkrieg bleibt Risikofaktor
Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen kommentierte: "Sowohl die Geschäftserwartungen als auch die Lageeinschätzungen haben zugelegt. Insgesamt sind die konjunkturellen Perspektiven in Deutschland solide, der Ausblick bleibt jedoch vor dem Hintergrund des anhaltenden Nahost-Konflikts und der hohen Energiekosten unsicher. Dürre und Niedrigwasser stellen ebenfalls Belastungsfaktoren dar."
"Das ist ein Paukenschlag, lauter als alle Dämpfer der letzten Monate", erklärte der Konjunkturexperte von KfW Research, Sebastian Wanke. "Damit zeigt die deutsche Wirtschaft eine kaum für möglich gehaltene Widerstandsfähigkeit gegenüber allen immer wieder zitierten Widrigkeiten, unter ihnen der Iran-Krieg und zuletzt auch das Niedrigwasser des Rheins."
BIP etwas höher als erwartet
Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr derweil etwas schneller gewachsen als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von April bis Juni um 0,3 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Eine frühere Schätzung hatte nur ein Plus von 0,2 Prozent ergeben. Gegenüber dem Vorjahr lag das Plus bei 1,0 Prozent, nach bisher geschätzt 0,9 Prozent.
"Wie schon im ersten Quartal ging der Anstieg vor allem auf die gute Exportentwicklung zurück", sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand. Insgesamt wurden 2,0 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als im ersten Quartal 2026. Vor allem der Warenhandel mit der Europäischen Union legte zu. Dagegen legten sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben mit jeweils 0,1 Prozent nur leicht zu. Die Investitionen etwa in Maschinen und Fahrzeuge sanken.
Hohes Staatsdefizit
Die finanziellen Herausforderungen für Bund, Länder und Kommunen bleiben derweil gewaltig: In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres gab der Staat 71,3 Milliarden Euro mehr aus als er einnahm. Das staatliche Defizit war damit um 36,6 Milliarden Euro höher als im Vorjahreszeitraum.
Bezogen auf die Wirtschaftsleistung lag das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung im ersten Halbjahr 2026 bei 3,1 Prozent, wie das Bundesamt auf Basis vorläufiger Daten errechnete. Das ist etwas mehr als die 3,0 Prozent, die europäische Vorgaben zum Haushaltsdefizit erlauben.