Immobilienmarkt: 5 Mio. Boomer-Häuser wechseln bis 2050 den Besitzer

Die demografische Entwicklung in Deutschland steuert auf eine Zäsur am Immobilienmarkt zu. Wie aktuelle Daten des Portals Jacasa belegen, befindet sich derzeit ein massiver Anteil des privaten Wohneigentums in den Händen der sogenannten Babyboomer-Generation.
Von den insgesamt 14 Mio. Immobilien in der Bundesrepublik werden fast 5 Mio. dieser Altersgruppe zugerechnet. Experten prognostizieren für den Zeitraum zwischen 2040 und 2050 einen großflächigen, altersbedingten Besitzerwechsel dieser Bestände.
Regionale Unterschiede bestimmen das Marktgeschehen
Trotz der hohen Zahl an Immobilien, die in den kommenden Jahrzehnten zur Disposition stehen könnten, warnen Fachleute vor verallgemeinernden Erwartungen an eine Marktentspannung. Der Ökonom Sagner vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) weist darauf hin, dass eine mögliche Entlastung durch freiwerdende „Boomer-Immobilien“ voraussichtlich nur regional spürbar sein wird.
In Ballungsräumen und wirtschaftlich starken Zentren wie etwa Stuttgart sei kaum mit einem preisdämpfenden Effekt zu rechnen, da die Nachfrage dort das künftige Angebot weiterhin deutlich übersteigen dürfte.
Eine besonders hohe Konzentration von Immobilieneigentümern aus der Babyboomer-Generation findet sich laut den Erhebungen im Südwesten Deutschlands. In den Landkreisen Konstanz, Breisgau-Hochschwarzwald und Lörrach sowie im Bodenseekreis und in der Ortenau liege das demografische Potenzial für einen Eigentümerwechsel bei 33 bis 36 Prozent.
In diesen Regionen ist fast jede dritte Immobilie im Besitz der betreffenden Generation, was langfristig zu einer verstärkten Marktdynamik führen könnte.
Preisstabilität trotz demografischen Wandels
Entgegen der Vermutung, dass ein steigendes Angebot durch Erbschaften oder Altersverkäufe flächendeckend zu sinkenden Preisen führt, zeichnet sich ein differenziertes Bild ab. Marktbeobachtungen für den Zeitraum bis zum Jahr 2035 deuten darauf hin, dass die Immobilienpreise lediglich in sechs deutschen Kreisen rückläufig sein könnten.
Zu diesen Gebieten zählen der Main-Tauber-Kreis, der Neckar-Odenwald-Kreis und der Enzkreis. Ebenfalls mit sinkenden Preisen wird im Zollernalbkreis sowie in den Regionen Heidenheim und Freudenstadt gerechnet.
In der überwiegenden Mehrheit der deutschen Landkreise und kreisfreien Städte bleibt das Preisniveau hingegen stabil oder unterliegt weiterhin einem Aufwärtstrend. Dies unterstreicht die Einschätzung, dass der anstehende Generationswechsel zwar große Volumina an den Markt bringen wird, die strukturelle Knappheit in bevorzugten Wohnlagen dadurch jedoch nicht aufgehoben wird.
Für potenzielle Käufer bedeutet dies, dass sich Gelegenheiten vornehmlich in ländlich geprägten Räumen mit hohem Boomer-Anteil ergeben könnten, während der Wettbewerb in den Metropolregionen intensiv bleibt.
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