Investoren-PlĂ€ne der FIFA: UEFA droht mit Boykott der FuĂball-WM

Stand: 30.07.2026 âą 18:53 Uhr
Die EuropĂ€ische FuĂball-Union (UEFA) droht im Machtkampf mit FIFA-PrĂ€sident Gianni Infantino mit maximaler Eskalation. Es droht ein Boykott aller FIFA-Turniere.
Auf einer Dringlichkeitssitzung aller 55 NationalverbĂ€nde wurde am Donnerstagnachmittag (30.07.2026) ein Boykott aller FIFA-Turniere fĂŒr den Fall beschlossen, dass Infantino seinen Investoren-Deal durchdrĂŒckt.
Demnach habe es darĂŒber einen einstimmigen Beschluss der 55 europĂ€ischen Vertreter gegeben, der bei einem Dringlichkeitstreffen aufgrund der besonderen Situation gefallen ist. "Die WM darf nicht als Anlageprodukt behandelt werden. Sie ist eine der gröĂten und traditionsreichsten Sportveranstaltungen im FuĂball. Spieler, Nationalmannschaften und Fans auf allen Kontinenten haben sie ĂŒber Generationen hinweg aufgebaut. Kein Teil davon sollte jemals an private Investoren abgetreten werden. Die WM steht nicht zum Verkauf", formuliert die UEFA in einem offiziellen Statement.
Klare Position: "Keine UEFA-Teams bei FIFA-Veranstaltungen mehr"
Dabei geht es offenbar nicht nur um die Weltmeisterschaft der MĂ€nner im Jahr 2030, sondern auch um die Frauen-WM im kommenden Sommer in Brasilien. FIFA-PrĂ€sident Gianni Infantino, dessen Verband die ĂŒberraschenden PlĂ€ne am Dienstag enthĂŒllt hatte, gerĂ€t damit ordentlich unter Druck. Ohne die EuropĂ€er um Weltmeister Spanien, England, Frankreich und Deutschland wĂŒrde die WM ihren sportlichen Wert komplett einbĂŒĂen.
"Nach den heutigen GesprĂ€chen werden keine UEFA-Nationalteams an FIFA-Wettbewerben teilnehmen, solange diese VorschlĂ€ge im Raum stehen, es sei denn, dieser Vorschlag wird in seiner Gesamtheit aufgegeben und es erfolgen verbindliche Zusicherungen, dass die FIFA ihre Governance und ihre Wettbewerbe nie wieder fĂŒr private Investoren öffnet", lĂ€sst die UEFA verlauten.
FIFA-PlÀne weit fortgeschritten
Die FIFA und ihr PrĂ€sident sind in ihrem Plan, Anteile an der WM zu verkaufen, offensichtlich bereits fortgeschritten. Laut ĂŒbereinstimmender Medienberichte soll Infantino den MitgliedsverbĂ€nden eine Zustimmungsfrist bis zum 19. September gesetzt haben. Die VerbĂ€nde werden mit hohen Summen und der Aussicht auf eine nochmals erweiterte WM geködert. Eine einfache Mehrheit soll ausreichen, um die Vorhaben umzusetzen. Ein drohender Boykott der UEFA könnte Infantinos PlĂ€ne aber massiv ins Wanken bringen.
"FuĂball nicht zum Spielball fĂŒr Investoren machen"
Der heftigen Kritik aus vielen Richtungen hatte sich am Mittwoch auch Bernd Neuendorf angeschlossen. Es sei "ein fatales Zeichen, die FuĂball-WM fĂŒr Investoren zu öffnen. Der FuĂball lebt von der Akzeptanz der Gesellschaft, wir dĂŒrfen ihn nicht zum Spielball von Investoren machen", sagte der PrĂ€sident des Deutschen FuĂball-Bundes (DFB) in einem Interview mit der Sportschau und dem ZDF. Infantinos PlĂ€ne seien "ĂŒberaus problematisch und nicht zustimmungsfĂ€hig".
Der FIFA-Chef verteidigt sein Vorhaben energisch. Dieses sei "eine Gelegenheit, keine Verpflichtung", sagte Infantino. Er verspreche sich davon die "ErschlieĂung bisher nicht realisierter Werte". Die "kommerzielle Seite des FuĂballs" zu stĂ€rken, sei der logische nĂ€chste Schritt in der Entwicklung.
"Werden dieses Modell niemals legitimieren"
Die UEFA hat eine klare Meinung: "Die Position Europas ist eindeutig. Wir werden dieses Modell niemals legitimieren. Niemand hat die moralische AutoritĂ€t, etwas zu verkaufen, das er ausschlieĂlich treuhĂ€nderisch fĂŒr kĂŒnftige Generationen verwaltet", so der europĂ€ische Verband in seinem Statement.
Quelle: sid/dpa