Iran-Krieg: Trump klingt wieder gefÀhrlich

WĂ€hrend US-PrĂ€sident Donald Trump dem Iran abermals ein Ultimatum fĂŒr GesprĂ€che zur Beilegung des Konflikts setzt, ist in der StraĂe von Hormus erneut ein Handelsschiff angegriffen worden. Vor der KĂŒste des Omans traf ein "unbekanntes Geschoss" den Frachter, wie die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mitteilte.
Die Attacke ereignete sich rund 37 Kilometer nordöstlich des omanischen Ortes Al Khasab. Die UKMTO machte zunĂ€chst keine Angaben zu möglichen SchĂ€den oder Verletzten auf dem Frachter. In der StraĂe von Hormus haben StreitkrĂ€fte der Islamischen Republik seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar immer wieder Schiffe angegriffen.
"Letzte Chance vor der Enthauptung"
Trump zufolge geht es in laufenden GesprĂ€chen um die vollstĂ€ndige Ăffnung der Meerenge noch an diesem Dienstag. Das wĂ€re der Zustand, der vor dem Krieg geherrscht hatte. Eine RĂŒckkehr zum Vorkriegszustand hatte Teheran aber wiederholt abgelehnt. Diplomatische GesprĂ€che mit dem Iran bezeichnete Trump als "letzte Chance", einer "Enthauptung" zu entgehen.
Gut gelaunt: Irans PrÀsident Massud Peseschkian auf einer Pressekonferenz am SonntagBild: Iranian Presidency/UPI Photo/IMAGO
Angesichts der festgefahrenen Lage baut der US-PrÀsident damit die nÀchste Drohkulisse auf. In der Vergangenheit hatte die US-Regierung immer wieder Ultimaten ausgesprochen, die dann folgenlos blieben. Der tatsÀchliche Verhandlungsstand zwischen den beiden Parteien ist unklar.
Bombardement der Superlative - theoretisch
Trump hatte am Sonntag (Ortszeit) neue GesprĂ€che fĂŒr Montag angekĂŒndigt. Nach seiner Darstellung sagte er den gröĂten Angriff des US-MilitĂ€rs "seit dem Zweiten Weltkrieg" vorerst ab, um weiteren Verhandlungen mit dem Iran eine Chance zu geben.
Irans AuĂenamtssprecher Ismail Baghai informierte allerdings zunĂ€chst nur ĂŒber bilaterale Verhandlungen seines Landes mit dem Oman ĂŒber einen gemeinsamen vorlĂ€ufigen Schifffahrtskorridor in der StraĂe von Hormus. Trump warf dem Iran daraufhin Unehrlichkeit vor.
Nadelstiche am Nadelöhr
Infolge des Krieges war die Schifffahrt in der fĂŒr den Export von Ăl und Gas wichtigen Meerenge quasi zum Erliegen gekommen, was die Preise an den EnergiemĂ€rkten weltweit nach oben trieb. Nach GesprĂ€chen ĂŒber eine Ăffnung der StraĂe von Hormus soll es laut Trump in einer zweiten Phase um die "Denuklearisierung" des Irans gehen - das werde lĂ€nger dauern, rĂ€umte der PrĂ€sident ein.
Demonstrativ kampfesmutig: Der Iran hÀlt sich nicht an Zusagen und zeigt sein Raketenarsenal (Waffenschau in Teheran am Donnerstag)Bild: Hossein Beris/Middle East Images/IMAGO
Am 28. Februar hatten die Vereinigten Staaten gemeinsam mit Israel begonnen, den Iran anzugreifen. Im Gegenzug attackierte der Iran US-VerbĂŒndete in der Region. Trump betont stets, der Iran dĂŒrfe niemals an Atomwaffen gelangen.
Nur ganz kurz - und (seit Monaten) bald vorbei
Der Konflikt sollte nach ursprĂŒnglichen Angaben Trumps nur einige Wochen dauern. Doch inzwischen sind rund fĂŒnf Monate vergangen. Kritiker werfen dem Republikaner vor, sich verkalkuliert zu haben, und warnen vor einem langwierigen Krieg. Im eigenen Land hat Trump schlechte Umfragewerte.
Der Druck auf den PrĂ€sidenten steigt wegen der anstehenden Zwischenwahlen im US-Parlament im November. Es ist ungewiss, ob die Republikaner ihre dĂŒnnen Mehrheiten in Senat und ReprĂ€sentantenhaus verteidigen können.
jj/pgr (dpa, afp, rtr)