Iran rÀumt wirtschaftliche Kriegsfolgen ein - dennoch kein Einlenken

Druck durch die USA
Irans PrÀsident rÀumt wirtschaftliche SchÀden ein
Stand: 29.08.2026 âą 17:20 Uhr
Irans FĂŒhrung rĂ€umt schwere wirtschaftliche SchĂ€den durch den Krieg mit den USA ein, dennoch will das Land nicht einlenken. In der Hauptstadt Teheran bilden sich lange Schlangen vor Tankstellen.
Der iranische PrĂ€sident Massud Peseschkian hat eingerĂ€umt, dass die US-Sanktionen der Wirtschaft schaden. "Manche sagen, die Sanktionen hĂ€tten ĂŒberhaupt keine Wirkung; ich weiĂ wirklich nicht, was ich diesen Leuten antworten soll", sagte Peseschkian in einem Interview im iranischen Staatsfernsehen. Man mĂŒsse "diese Kriegsbedingungen akzeptieren".
Die Exporte und Importe Irans seien in den vergangenen Monaten um 25 bis 35 Prozent zurĂŒckgegangen, sagte Peseschkian weiter. Der iranische PrĂ€sident sprach sich gleichzeitig fĂŒr eine Anhebung der seit Jahren massiv subventionierten Benzinpreise aus - eine politisch heikle Angelegenheit.
Lange Schlangen an Tankstellen
Benzin wird in Iran vom Staat stark subventioniert. Autobesitzer können mit elektronischen Bezahlkarten monatlich bis zu 60 Liter zum vergĂŒnstigten Preis tanken. DarĂŒber hinaus wird der Sprit deutlich teurer. An einigen Tankstellen wurde die Abgabe zuletzt rationiert.
In der Hauptstadt Teheran hatten Ăngste vor VersorgungsengpĂ€ssen bereits in der Nacht auf Freitag lange Schlangen vor Tankstellen ausgelöst. Autofahrer warteten in der Millionenmetropole sogar mitten in der Nacht vor den ZapfhĂ€hnen, berichteten Einwohner der Nachrichtenagentur dpa. Die Schlangen seien teils lĂ€nger als einen Kilometer gewesen, hieĂ es.
Regierung fÀhrt harten Kurs weiter
Dennoch signalisierte Irans FĂŒhrung HĂ€rte: In einer von staatlichen Medien verbreiteten ErklĂ€rung der FĂŒhrung in Teheran hieĂ es, Iran werde trotz der neuen US-Wirtschaftssanktionen nicht einknicken. Die Islamische Republik werde dem US-Druck standhalten, die Diplomatie fortsetzen und die Kontrolle ĂŒber die StraĂe von Hormus behalten. Sowohl das US-MilitĂ€r als auch die Islamische Revolutionsgarde behaupten, dass sie die strategisch wichtige Meerenge kontrollieren.
Man wolle sich darauf konzentrieren, die Inflation einzudÀmmen, ArbeitsplÀtze zu schaffen, die heimische Produktion zu fördern und die AbhÀngigkeit vom Dollar schrittweise zu verringern, hieà es in der iranischen ErklÀrung weiter.
Das AuĂenministerium hatte die US-Sanktionen am Freitag als "Staatsterrorismus" und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Sie gefĂ€hrdeten die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen. Zugleich hatte der Oberste FĂŒhrer Ajatollah Modschtaba Chamenei die Regierung in einer schriftlichen ErklĂ€rung aufgefordert, die wirtschaftliche Notlage der Bevölkerung zu bekĂ€mpfen. Er ist seit seiner Verletzung bei dem Angriff am 28. Februar, bei dem sein Vater Ali Chamenei getötet wurde, nicht mehr öffentlich aufgetreten.
USA drohen mit SekundÀrsanktionen
Die USA haben ihre Sanktionen gegen Iran zuletzt weiter verschĂ€rft. US-Finanzminister Scott Bessent hatte Anfang der Woche eine "wirtschaftliche Erstickung" Irans angekĂŒndigt.
Washington drohte LĂ€ndern und Unternehmen, die ihre GeschĂ€ftsbeziehungen zu Iran nicht einstellen, mit SekundĂ€rsanktionen - zugleich verzichteten die USA zunĂ€chst auf StrafmaĂnahmen gegen wichtige iranische Handelspartner wie China und Indien, um negative Auswirkungen auf die eigene und die weltweite Wirtschaft zu vermeiden. US-PrĂ€sident Donald Trump hatte zuvor einen umfassenden "Wirtschaftskrieg" gegen Iran angekĂŒndigt.
Zudem hÀlt die US-Marine seit Wochen eine erneute Seeblockade gegen iranische HÀfen aufrecht.