++ Liveticker zur Sachsen-Anhalt-Wahl: Bereits höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren ++

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Stand: 06.09.2026 • 16:42 Uhr

Bereits um 16 Uhr haben mehr Menschen in Sachsen-Anhalt ihre Stimmen abgegeben als bei der vergangenen Landtagswahl. Die Wahlbeteiligung lag bis zu diesem Zeitpunkt bei 65,3 Prozent - zum Vergleich: 2021 lag sie nach dem Schließen der Wahllokale bei 60,3 Prozent.

Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:

Mehr als die Hälfte hat schon abgestimmt

CDU-Spitzenkandidat Schulze gibt Stimme ab

AfD-Spitzenkandidat Siegmund hat gewählt

15 Parteien stehen auf dem Stimmzettel

So ist die Ausgangslage

Diese Wahl ist wichtig für Sachsen-Anhalt - das sehen offenbar viele der Wählerinnen und Wähler so. Die Wahlbeteiligung lag bis 16 Uhr bereits über der vom gesamten Wahltag in 2021. Bei der vergangenen Landtagswahl betrug die Beteiligung zum gleichen Zeitpunkt laut Wahlleiterin Christa Dieckmann 41 Prozent, insgesamt lag sie damals bei 60,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung wird vor Schließung der Wahllokale noch ohne Briefwahl festgestellt.

Die AfD könnte in Sachsen-Anhalt laut Umfragen stärkste Kraft werden. Aber was könnte eine Landesregierung unter ihrer Führung tatsächlich entscheiden?

Besonders viel Spielraum hätte sie etwa bei Bildung, Kultur und innerer Sicherheit. Gleichzeitig gibt es Grenzen: Landesregierungen können weder das Grundgesetz noch Bundesgesetze im Alleingang ändern.

Wir haben beim Online-Portal Verfassungsblog nachgefragt, wie viel Macht eine AfD-Landesregierung tatsächlich hätte.

Gestern hatten Tausende für Demokratie gefeiert, um vor der heutigen Wahl ein Zeichen zu setzen. Heute ist die Situation laut der Lagezentren der Polizei in Sachsen-Anhalt ruhig. Die Beamten bekommen dieses Wochenende Unterstützung von Hundertschaften aus Hamburg, Schleswig-Holstein, dem Saarland, Hessen, Bayern und Thüringen.

Bislang ist die Lage in Sachsen-Anhalt laut Polizei ruhig.

Für die CDU geht es heute nicht nur darum, wie groß der Abstand zur AfD ausfällt. Es geht auch um die Frage: Welche Mehrheiten sind danach überhaupt möglich?

Eine Zusammenarbeit mit der AfD lehnt die CDU ab. Auch eine Koalition mit der Linken ist laut Unvereinbarkeitsbeschluss ausgeschlossen. Sollte die AfD keine absolute Mehrheit erreichen, CDU, SPD und Grüne aber ebenfalls keine Mehrheit bilden können, wird die Regierungsbildung entsprechend kompliziert.

Endspurt bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Noch bis 18 Uhr können die Wahllokale besucht werden.

Wer seine Wahlbenachrichtigung nicht zur Hand hat, kann übrigens trotzdem wählen - entscheidend ist, dass man im Wählerverzeichnis steht und sich ausweisen kann.

Und noch ein Blick zurück: Bei der vergangenen Landtagswahl 2021 lag die Wahlbeteiligung bei 60,3 Prozent. Ob dieser Wert heute übertroffen wird, steht erst am Abend fest.

In Magdeburg zählen Helferinnen und Helfer Stimmen der Briefwahl aus.

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat bis zum frühen Nachmittag schon mehr als jeder Zweite seine Stimme abgegeben. Um 14 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei 54,4 Prozent, wie Landeswahlleiterin Christa Dieckmann in Magdeburg mitteilte.

Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt bei 27,1 Prozent, 2016 bei 35,4 Prozent. Die Datenbasis ist eine stichprobenartige Rückmeldung aus repräsentativen Urnenwahlbezirken, hieß es. Zur Wahl sind rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen. Die insgesamt rund 2.130 Wahllokale haben noch bis 18 Uhr geöffnet

Die AfD könnte erstmals bei einer Landtagswahl in Deutschland stärkste Kraft werden und möglicherweise sogar den Ministerpräsidenten stellen. Für die CDU wäre das eine schwere Niederlage - und für die AfD ein Signal weit über Sachsen-Anhalt hinaus.

Zugleich ist mit der Bundesregierung in Sachsen-Anhalt offenbar gerade nicht gut Wahlkampf zu machen. Zu groß ist die Frustration bei vielen Wählern in dem Flächenland. Bundeskanzler Friedrich Merz hielt sich auffallend zurück und kam nur zu wenigen Terminen.

Sachsen-Anhalt ist ein Industrieland - aber eines im Umbruch. Die Chemieindustrie in Leuna und Schkopau, Maschinenbau und andere mittelständische Unternehmen prägen die Wirtschaft.

Gleichzeitig sorgen internationale Entscheidungen für Unsicherheit. Das geplante Intel-Werk in Magdeburg wurde abgesagt, beim Chemiekonzern Dow stehen Veränderungen an. Es gibt aber auch Gegenbeispiele: Daimler Truck baut bei Halberstadt einen Standort auf, an dem rund 600 Arbeitsplätze entstehen sollen. Wie es der Wirtschaft im Land tatsächlich geht - jenseits von Wahlkampfslogans wie "Wirtschaft im Keller" - können Sie hier nachlesen.

Wer heute zur Wahl geht, entscheidet auch über ein Problem, das Sachsen-Anhalt schon seit Jahren beschäftigt: den Lehrermangel. Knapp 6.000 der rund 14.100 Lehrkräfte an öffentlichen Schulen sind 55 Jahre oder älter. Gleichzeitig lag die Unterrichtsversorgung im November 2025 bei 93,7 Prozent. Das bedeutet rechnerisch: Etwa jede 16. Unterrichtsstunde fiel aus. Wie groß der Lehrermangel ist, warum Seiteneinsteiger eine wichtige Rolle spielen und was die Parteien dagegen tun wollen, hat der MDR hier zusammengetragen.

Die Wahlbeteiligung lag bis zum Mittag deutlich über der von vor fünf Jahren. Bis 12 Uhr hatten 34,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie die Landeswahlleiterin mitteilte. Zum gleichen Zeitpunkt im Wahljahr 2021 lag die Wahlbeteiligung den Angaben nach bei 22,4 Prozent. Am Ende betrug die Wahlbeteiligung damals 60,3 Prozent, darunter auch Briefwählende.

Die Landeswahlleiterin rechnet mit einem vorläufigen Endergebnis am frühen Montagmorgen. Die insgesamt 2.130 Wahllokale im Land haben heute noch bis 18 Uhr geöffnet, auch Briefwahlunterlagen können bis dahin noch abgegeben werden.

Susan Sziborra-Seidlitz kennt das Gesundheitswesen nicht nur aus politischen Papieren. Die Grünen-Spitzenkandidatin hat selbst als Krankenschwester gearbeitet. Ihr früherer Arbeitsplatz prägt deshalb auch ihren Blick auf die Politik. Nun führt sie die Grünen in einen schwierigen Wahlkampf: Die Partei muss um den Wiedereinzug in den Landtag kämpfen.

Armin Willingmann ist kein klassischer Berufspolitiker. Der SPD-Spitzenkandidat kommt aus der Wissenschaft, war Professor und bringt auch abseits der Politik einige ungewöhnliche Leidenschaften mit: Bücher, Barockmusik und einen Labrador.

Jetzt kämpft der 63-Jährige darum, dass die SPD in Sachsen-Anhalt weiter mitregieren kann. Wie der Professor zum Spitzenkandidaten wurde und was ihn persönlich antreibt:

Eva von Angern tritt dort an, wo es für die CDU besonders interessant wird: in Magdeburg, im Wahlkreis von Ministerpräsident Sven Schulze. Die Linken-Spitzenkandidatin kennt den Landtag seit Jahren und will ihre Partei erneut zu einer wichtigen politischen Kraft im Land machen.

Ihr Verhältnis zur CDU ist dabei kompliziert: In Magdeburg tritt sie gegen Schulze an, zugleich könnte die Linke bei der Suche nach einer Regierungsmehrheit eine Rolle spielen. Das Porträt des MDR über Eva von Angern.

Seit Januar ist Sven Schulze Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt – und mit 47 Jahren der jüngste Regierungschef Deutschlands. Viel Zeit zur Bewährung hatte der CDU-Politiker allerdings nicht: Nur wenige Monate liegen zwischen seinem Amtsantritt und der Landtagswahl.

Nun muss Schulze gegen eine AfD antreten, die in den Umfragen deutlich vor der CDU liegt. Dabei setzt er vor allem auf ein Image: bodenständig, nahbar, einer aus dem Land. Unser Porträt über den CDU-Spitzenkandidaten.

Ulrich Siegmund will Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt werden – und setzt dabei stark auf seine persönliche Wirkung. Der 35-Jährige präsentiert sich als charismatischer Politiker, spricht viel über Sicherheit und Migration und versucht, bewusst nicht wie ein klassischer politischer Hardliner aufzutreten.

Unser Porträt zeigt, wie Siegmund vom Verkäufer zum Gesicht der AfD in Sachsen-Anhalt wurde - und mit welcher Strategie er die Partei an die Spitze führen will.

Sicherheit gehört auch in Sachsen-Anhalt zu den großen Wahlkampfthemen. Die Parteien diskutieren über Polizei, Personal und Kriminalität. Doch Sicherheit bedeutet mehr als Streifenwagen und Polizeistellen. Auch Katastrophenschutz, Cyberangriffe und die Vorbereitung auf Krisen gehören dazu. Wie gut ist Sachsen-Anhalt auf solche Situationen vorbereitet? Und wo sehen die Parteien Nachholbedarf?

Wirtschaftsfachleute warnen vor schweren wirtschaftlichen Folgen im Fall einer möglichen AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt. Angesichts des Wahlprogramms sei zu erwarten, dass bei einer Regierungsübernahme der AfD das Bundesland als Standort für Fachkräfte und Unternehmen deutlich an Attraktivität verlieren würde, sagte die Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, dem Kölner Stadtanzeiger vom Montag.

Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, nannte in der Rheinischen Post eine Zuwanderungspolitik nach den Vorstellungen der AfD für Sachsen-Anhalt "ruinös". Nach IW-Prognosen werde die Erwerbsbevölkerung dort ohne Zuwanderung bis 2045 um etwa ein Viertel schrumpfen.

Benjamin Höhne, Politikwissenschaftler und Parteienforscher an der TU Chemnitz, zu den Erfolgsaussichten der AfD in Sachsen-Anhalt.

Nicht nur innerhalb Deutschlands gucken viele auf die Landtagswahl - auch im Ausland sorgt sie für großes Interesse. Etwa 800 Journalisten wurden dem Landtag zufolge akkreditiert, etwa 500 von ihnen werden in der Messe Magdeburg erwartet. Darunter sind auch zahlreiche Reporter aus dem Ausland, unter anderem aus Kanada, China, den USA, Taiwan und Großbritannien.

Die britische BBC schreibt etwa, dass Deutschland vor der Wahl “den Atem anhalte”. Je nach Ergebnis müsse sich Bundeskanzler Friedrich Merz auf Probleme einstellen.

“Sollte die AfD an die Macht kommen, würde dies die deutsche Demokratie erschüttern”, schreibt die US-amerikanische New York Times. Selbst wenn die AfD in Sachsen-Anhalt scheitern sollte, bedeute das nicht, dass die Kräfte, die ihren Aufstieg vorantrieben, verschwänden.

Die französische Zeitung Le Monde blickt in ihrer Berichterstattung auf die großen Parteien. Sie sieht einen “Niedergang der Parteien, die 80 Jahre lang deutsches Leben geprägt haben. Die Wahl stelle deren inneren Zusammenhalt auf die Probe. Der CDU von Kanzler Merz könne der Verfall drohen, sollten sich CDUler in Sachsen-Anhalt für eine Kooperation mit der AfD entscheiden.

Die niederländische Zeitung De Telegraaf nennt eine mögliche Minderheitsregierung mit dem CDU-Spitzenkandidaten Sven Schulze als Ministerpräsidenten eine “naheliegende Lösung”. Doch dafür müsse die CDU eine “bittere Pille schlucken” - sie bräuchte die Unterstützung der Linken, die aus der kommunistischen DDR-Partei SED hervorgegangen ist.

Auch der Spitzenkandidat der CDU, Ministerpräsident Sven Schulze, hat seine Stimme abgegeben. Schulze wählte in seinem Wohnort Magdeburg zusammen mit seiner Ehefrau Kati. Die CDU kämpft in Sachsen-Anhalt darum, weiterregieren zu können.

In den Umfragen lag allerdings die als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD vorn. Erste Prognosen werden mit der Schließung der Wahllokale um 18 Uhr erwartet. Die Abstimmung in Sachsen-Anhalt könnte Signalwirkung für die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern in zwei Wochen und auch für die Bundespolitik haben.

Bei Sonnenschein und in Begleitung seiner Frau hat SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann im Harz seine Stimme für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt abgegeben. Der Politiker war für die Abstimmung in ein Wahllokal in Wernigerode gekommen. In der letzten ARD-Umfrage vor der Wahl kam die SPD in Sachsen-Anhalt auf 8 Prozent.

Möge die Sonne auch die nächsten Jahre über Sachsen-Anhalt scheinen", sagte der Politiker der Nachrichtenagentur dpa nach seiner Stimmabgabe. Eine Alleinregierung der AfD wäre "ein schwerer Schaden fürs Land".

SPD- Spitzenkandidat Armin Willingmann im Wahllokal. Umfragen hatten zwischenzeitlich infrage gestellt, ob die SPD die Fünf-Prozent-Hürde nehmen wird. Mittlerweile sieht es für die Partei besser aus.

Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz hat sich dafür ausgesprochen, Rechtspopulisten konkret und sachlich zu entlarven. Bei der Auseinandersetzung mit der AfD müsse die Kirche die Sorgen der Menschen ernst nehmen. So sei das Thema Migration zwar von der Partei zum Hauptthema erklärt worden, es sei aber nicht das Hauptproblem der Menschen in Sachsen-Anhalt.

Sachsen-Anhalt habe ein Problem mit der Überalterung, es gebe wirtschaftliche Probleme, eine Mangelversorgung in der Medizin und ein Bildungsproblem. "Zehn Prozent der Schulabgänger sind ohne Hauptschulabschluss, das sind echte Probleme, die man angehen muss." Rechtspopulisten bieten nach seiner Überzeugung für diese Probleme allerdings keine Lösungen.

Laut Bentz kann die Kirche mit dazu beitragen, Werte wie Freiheit und Demokratie lebendig zu halten, und dadurch in die Gesellschaft ausstrahlen.

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat am Sonntagmorgen der Spitzenkandidat der AfD, Ulrich Siegmund, seine Stimme abgegeben. Der 35-Jährige und seine Ehefrau Julia fuhren auf einem Moped vor einem Wahllokal in seiner Heimatstadt Tangermünde vor.

Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD liegt in den Umfragen weit vor der regierenden CDU von Ministerpräsident Sven Schulze. Siegmund hat als Wahlziel "45 Prozent plus X" ausgerufen.

AfD-Spitzenkandidat Siegmund gibt seine Stimme gemeinsam mit seiner Frau in einem Wahllokal in seiner Heimatstadt Tangermünde ab.

Andreas Franz, MDR, über die Wahlkampfthemen, die Umfragen sowie die Stimmung in Sachsen-Anhalt am Tag der Wahl.

Der demografische Wandel ist in ganz Deutschland ein Problem. In Sachsen-Anhalt besonders. Das Land hat die älteste Bevölkerung aller Bundesländer. Das Durchschnittsalter liegt bei 48,3 Jahren - fast dreieinhalb Jahre über dem Bundesdurchschnitt.

Seit der Wiedervereinigung ist die Bevölkerung um rund ein Viertel geschrumpft. Gleichzeitig fehlen Fachkräfte. Das macht sich bei Schulen, Ärzten, im Nahverkehr und in vielen anderen Bereichen bemerkbar. Warum der demografische Wandel für Sachsen-Anhalt so schwer wiegt, haben wir hier genauer erklärt.

Immer häufiger werden Journalisten beim Berichten über die Landtagswahl angegriffen. Das melden die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in der Gewerkschaft ver.di.

Im Umfeld von AfD-Wahlkampfveranstaltungen gab es nach Gewerkschaftsangaben zahlreiche Angriffe auf Journalisten und Journalistinnen. Seit Anfang Mai habe sie mehr als 30 Vorfälle registriert. Allein 25 davon hätten sich in den vergangenen drei Wochen ereignet. Betroffen seien neben Journalisten und TV-Teams auch politische Influencer. Nach Angaben der dju reicht das Spektrum von verbaler Diffamierung und Behinderungen bei der Arbeit über Nachstellungen und die Veröffentlichung persönlicher Daten bis hin zu körperlichen Übergriffen. In fünf Fällen seien Betroffene körperlich angegriffen worden.

Brandenburgs SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke ist zuversichtlich, dass die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt keine absolute Mehrheit bekommt. "Ich bin mir sicher, dass die Menschen in Sachsen-Anhalt in den Wahllokalen zeigen werden, dass sie Sicherheit und Stabilität wollen und keine Spaltung", sagte Woidke der Nachrichtenagentur dpa. "Was die AfD in ihrem Programm plant, schadet der regionalen Wirtschaft und schadet den Menschen."

Die AfD wird in Brandenburg ebenso wie in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.

Einstufung der AfD in Sachsen-Anhalt

Der Landesverband Sachsen-Anhalt der Alternative für Deutschland (AfD) wird vom dortigen Verfassungsschutz seit 2023 als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Mit seinen Aussagen und Forderungen verstößt er laut Verfassungsschutz gegen Prinzipien der freiheitlich-demokratischen Grundordnung - wie den Grundsatz der Menschenwürde und das Demokratieprinzip. Rassistische Forderungen seien Teil der Prägung des Verbands, Menschen würden aufgrund ihrer ethnischen oder religiösen Identität abgewertet.

Die AfD Sachsen-Anhalt klagt gegen die Einstufung als "gesichert rechtsextremistische Bestrebung". Das Verfahren ist derzeit ausgesetzt.

Immer wieder gab es vor der Wahl Falschbehauptungen zur Briefwahl in Sachsen-Anhalt. Auf der Plattform X kursierten zahlreiche Vorwürfe - oft von Personen aus dem rechtspopulistischen bis rechtsextremen Spektrum. Valide Begründungen dafür gibt es allerdings nicht. Wir haben uns die Behauptungen genauer angeschaut.

Ein kleiner Warnhinweis für alle, die heute vor allem auf die Umfragewerte der vergangenen Tage schauen: Sachsen-Anhalt hat damit schon einmal für eine Überraschung gesorgt. 2021 sah etwa das Online-Institut Civey die CDU bei 29 und die AfD bei 28 Prozent. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen wurde von vielen erwartet.

Am Ende kam es anders: Die CDU gewann mit 37,1 Prozent - die AfD kam auf 20,8 Prozent. So groß war die Abweichung zwischen Vorwahlumfragen und Ergebnis bei keiner anderen deutschen Landtagswahl.

Auch heute liegt die AfD in den Umfragen deutlich vorn. Aber: Umfragen sind keine Prognosen.

Die Wahllokale sind geöffnet. Bis 18 Uhr können etwa 1,7 Millionen Wahlberechtigte ihre Stimme für einen neuen Landtag abgeben. In jedem der 41 Wahlkreise wählen sie mit ihrer Erststimme einen Direktkandidaten. Daneben werden über die Zweitstimme im Regelfall 42 weitere Abgeordnete ermittelt.

Berücksichtigt werden aber nur Parteien, die mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen holen. Das soll eine Zersplitterung des Parlaments verhindern und so dessen Arbeitsfähigkeit sicherstellen. Wählen dürfen alle Deutschen, die mindestens 18 Jahre alt sind und seit mindestens drei Monaten ihre Hauptwohnung in Sachsen-Anhalt haben.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Koalitionsgespräche nach der Wahl schwierig werden könnten. CSU-Chef Markus Söder wirbt für pragmatische Lösungen. Auch wenn es keine klassische Mehrheit gebe, könne CDU-Ministerpräsident Sven Schulze eine "gute und konstruktive Regierung" bilden, sagte Söder der Rheinischen Post. Möglicherweise brauche es dazu Tolerierungen durch Parteien, "bei denen sich uns normalerweise alle Haare sträuben würden."

Mit Blick auf eine mögliche Zusammenarbeit der CDU mit der Linken sagte Söder, im Bund seien "stabile und klare Mehrheiten" nötig. In den Ländern komme es dagegen primär darauf an, einen Haushalt durch das Parlament zu bringen. Das sei etwa in Sachsen und Thüringen gelungen und könne auch in Sachsen-Anhalt funktionieren.

CSU-Chef Söder wirbt für "pragmatische Lösungen" nach der Wahl.

Die Landtagswahl bewegt die Menschen in Sachsen-Anhalt. Gestern fanden mehrere Demonstrationen und Kundgebungen statt. Nach Polizeiangaben waren ein Dutzend Veranstaltungen in der Magdeburg und mehrere Kundgebungen für Demokratie in Halle (Saale) angemeldet.

Zu einer der größten Demos hatte ein Bündnis aus 264 zivilgesellschaftlichen Organisationen wie Gewerkschaften und 168 Einzelpersonen aufgerufen. Viele Menschen kamen aus ganz Sachsen-Anhalt und anderen Bundesländern zu der Veranstaltung.

Wollen Sie gleich beim Warten im Wahllokal mit Bonuswissen punkten? Wussten Sie, dass Wohnen in keinem anderen deutschen Bundesland so günstig ist wie in Sachsen-Anhalt? Auf den Quadratmeter gerechnet sind vor allem Miet- und Eigentumswohnungen deutschlandweit am preiswertesten.

Dafür sind die Gehälter nicht so hoch wie im bundesweiten Durchschnitt. Im Schnitt verdienen die Menschen im Land mit einem Bruttojahresverdienst von 41.163 Euro weniger als in der gesamten Bundesrepublik (54.066 Euro).

Dank der niedrigen Wohnkosten liegt das real verfügbare Einkommen laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft je Einwohner 2023 bei rund 26.700 Euro. Das ist zwar niedriger als der bundesweite Durchschnitt von 27.600 Euro, aber höher als der Gesamtdurchschnitt in Ostdeutschland, der bei 26.100 Euro lag.

Miet- und Eigentumswohnung sind in Sachsen-Anhalt so günstig wie in keinem anderen Bundesland.

Bis kurz vor Schluss haben die Parteien um die Stimmen der Wählerinnen und Wähler geworben. Besonderer Druck lastet auf der CDU, die erneut den Ministerpräsidenten stellen will. "Wir sehen das jetzt, dass wir schon eine riesen Wahlbeteiligung haben, was die Briefwahl angeht", sagte CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze. "So viel wie noch nie. Bis zum 25. August wurden an etwa 335.000 der 1,69 Millionen Wahlberechtigten Unterlagen dazu ausgegeben - das entspricht einem Anteil von rund 20 Prozent. Das zeige, dass die Menschen sich an dieser Wahl beteiligen wollten, betonte der CDU-Politiker. Und nun gelte es, abzuwarten.

Will Schulze weiter regieren, wird er vermutlich auf die Linkspartei angewiesen sein. Das wird sich im Laufe des späten Abends zeigen.

Wer heute seinen Wahlzettel in der Hand hält, braucht etwas Platz auf dem Tisch: Landesweit treten 15 Parteien an. Darunter sind - neben den bekannten Parteien - auch etwas Unbekanntere wie die Gartenpartei, die Tierschutzpartei, Volt und die Partei des Fortschritts.

Was wollen CDU, SPD, FDP, AfD, Grüne, Linke und BSW erreichen? Die Wahlprogramme finden Sie hier:

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird nicht nur im Land mit Spannung verfolgt. Umfragen deuten auf ein starkes Abschneiden der AfD hin. Die Partei könnte zum ersten Mal Regierungsverantwortung bekommen.

Im Sachsen-AnhaltTrend von Ende August kam die "Alternative für Deutschland" mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund auf 42 Prozent. Damit baute sie ihren Vorsprung zur CDU und ihrem Kandidaten Sven Schulze weiter aus. Die Christdemokraten erreichten lediglich 22 Prozent. Laut der infratest-dimap-Umfrage käme die Linkspartei auf 11 Prozent der Stimmen, die SPD auf 8 Prozent. Die Grünen müssen um ihren Einzug in den Landtag bangen, im letzten Sachsen-AnhaltTrend landeten sie bei 6 Prozent. Für das BSW (4 Prozent) und weitere Parteien - darunter die FDP - dürfte es extrem eng werden, sie fielen im VorwahlTrend unter die Fünf-Prozent-Hürde.

Herzlich willkommen zum Liveblog zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. In den kommenden Stunden werden wir Sie hier kurz und knapp mit allen wichtigen Informationen versorgen. Schön, dass Sie dabei sind!

Für alle, die noch nicht gewählt haben, noch bis 18.00 Uhr sind die Wahllokale geöffnet. Wer noch unentschlossen ist, kann seine Überzeugungen mit denen der 21 Parteien, die antreten, im Wahl-O-Mat vergleichen.

Die Übersichtsseite mit allen Hintergrundinformationen zum Wahlkampf und der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt finden Sie hier:

Noch mehr Informationen, Hintergründe und Analysen finden Sie beim MDR. Alle Artikel zur Landtagswahl sind hier hinterlegt.

++ Liveticker zur Sachsen-Anhalt-Wahl: Bereits höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren ++ — HablaCore