M64: Palmer Luckey stellt seine "ewige" N64 vor

Normalerweise arbeitet er an Highend-Waffensystemen, nun hat Palmer Luckey seine technisch massiv überarbeitete M64 präsentiert.
Im Video stellt Palmer Luckey die M64 vor. Bild:
Palmer Luckey
Palmer Luckey ist vor allem als Gründer von Oculus VR und heute als Chef des Rüstungsunternehmens Anduril bekannt. Gleichzeitig gilt er seit Jahren als leidenschaftlicher Sammler und Fan klassischer Spielekonsolen. Mit der jetzt ausführlich vorgestellten Modretro 64(öffnet im neuen Fenster) (M64) will er nach eigener Aussage "die beste Möglichkeit schaffen, Nintendo-64-Spiele zu spielen und zu erhalten".
Statt eines einfachen FPGA-Nachbaus verfolgt das System einen ungewöhnlich konsequenten technischen Ansatz: Praktisch jedes mechanische und elektronische Detail wurde überarbeitet, um die Konsole möglichst langlebig, wartungsfreundlich und präzise zu machen.
Die M64 nutzt FPGA-Hardware, soll sämtliche N64-Spiele vollständig kompatibel ausführen und gibt das Bild wahlweise per HDMI bis 4K oder über einen optionalen Adapter auch an klassische Röhrenfernseher aus.
Luckey betont: "Wir wollten keinen minimalistischen Kasten bauen", sondern eine Konsole, "die aussieht, als wäre sie in den 90ern entstanden – nur mit heutiger Technik."
Die komplette Hauptplatine ist Open Source, Schaltpläne und Fertigungsdaten sollen veröffentlicht werden. Gleichzeitig verzichtet Hersteller Modretro vollständig auf Elektrolytkondensatoren und Batterien, die im Laufe der Jahre auslaufen oder ausfallen können.
"Keine Bauteile mit begrenzter Lebensdauer", beschreibt Luckey die Philosophie. Selbst die externen Anschlüsse sind vergoldet, um Korrosion über Jahrzehnte hinweg zu verhindern. Die Kühlung erfolgt komplett passiv ohne Lüfter.
Mechanisch unterscheidet sich die M64 ebenfalls deutlich vom Original. Das Gehäuse ohne Klebstoff oder Rastnasen lässt sich innerhalb weniger Minuten zerlegen, Ersatzteile und verschiedenfarbige Gehäuse sollen separat erhältlich sein.
Die Cartridge wird geschont
Eine neu entwickelte Auswurftaste hebt Module über zwei Zahnradhebel gleichmäßig an, wodurch die Kontakte deutlich weniger belastet werden. Luckey bezeichnet solche Details als entscheidend, wenn Hardware "Jahrzehnte oder länger" halten solle.
Die Form des Controllers basiert auf einem 3D-Scan des Originals, er besteht aber aus Aluminium mit Keramikbeschichtung. TMR-Analogsticks ersetzen den verschleißanfälligen Originalmechanismus und arbeiten laut Luckey ohne Totzonen.
Erstmals lassen sich unterschiedliche Federstärken sowie drei verschiedene Führungsgatter einsetzen – darunter eine authentische Nachbildung des originalen, technisch bedingt asymmetrischen N64-Gatters sowie modernisierte Varianten mit gleichmäßiger Analogcharakteristik.
Hinzu kommen PBT-Tasten, eine verbreiterte Z-Taste, überarbeitete Schultertasten und das brandneue Bluetooth 6.2 mit laut Luckey lediglich 0,375 Millisekunden Latenz.
Passend zur Langzeitstrategie setzt Modretro auch bei eigenen Spielmodulen auf vergoldete Kontakte sowie den Verzicht auf Batterien und Elektrolytkondensatoren. Firmware- und Spiele-Updates lassen sich künftig per WLAN, SD-Karte oder USB einspielen.
Derzeit funktionieren fast alle getesteten Nintendo-64-Spiele fehlerfrei, lediglich bei wenigen Titeln(öffnet im neuen Fenster) sind derzeit noch kleinere Einschränkungen dokumentiert.
Die M64 ist in mehreren Farbvarianten erhältlich(öffnet im neuen Fenster) und kostet 230 US-Dollar. Ein Controller gehört nicht zum Lieferumfang und muss separat für 90 US-Dollar erworben werden. Zum Start bietet Modretro außerdem mehrere Neuauflagen und neue Spiele auf Modul an. Für Käufer in Deutschland kommen beim Import zusätzlich Versandkosten sowie Einfuhrumsatzsteuer und gegebenenfalls weitere Gebühren hinzu.