Merz: "Das ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft"
Florian Nath, Pressesprecher der Polizei Berlin, erläutert den Einsatz im Tiergarten am Rande des Berliner Christopher Street Days und die Ermittlungen in der Nacht des Angriffs.
26.07.2026 | 7:03 min
Nach dem Angriff eines mutmaßlichen Islamisten auf eine feiernde Menschenmenge beim Christopher Street Day in Berlin hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) den Landesbehörden Unterstützung angeboten. Das teilte ein Sprecher der Bundesregierung in der Nacht zum Montag mit. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wurde demnach unmittelbar nach der Tat informiert.
"Was für eine abscheuliche Tat in Berlin", schrieb Merz auf X.
Hunderttausende Menschen aus aller Welt feierten friedlich beim Christopher Street Day. Sie wollten, dass wir gut und tolerant miteinander umgehen. Das ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft.
Friedrich Merz, Bundeskanzler
Am Rande des Berliner Christopher Street Days raste am Samstag ein Auto in eine Menschenmenge. Dominik Pretz, Pressesprecher der Berliner Feuerwehr, schildert den Einsatz nach der Tat.
26.07.2026 | 2:50 min
Attacke auf CSD: Dobrindt dankt Einsatzkräften
Zuvor hatte sich auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt in einer Mitteilung des Ministeriums geäußert.
Diese feige, abscheuliche Attacke auf friedlich feiernde Menschen erschüttert mich zutiefst. Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen, die diese Tat miterleben mussten.
Alexander Dobrindt, Bundesinnenminister
In der Mitteilung des Ministeriums heißt es weiter: "Wir werden alles daransetzen, diese schreckliche Tat und ihre Hintergründe schnell aufzuklären und zu ahnden." Bundeskanzler und Bundesinnenminister stünden in engem Kontakt mit den Berliner Sicherheitsbehörden und hätten Unterstützung aus dem Bund angeboten, heißt es weiter. Ausdrücklich dankte der Minister den Einsatzkräften vor Ort.
So schildern Polizei und Feuerwehr die Nacht im Tiergarten
Fahnung nach Täter läuft: Alle News im Liveblog
In Berlin ist ein Auto am Rande des CSD in eine Menschenmenge gefahren – eine Person wurde laut Polizei getötet. Nach dem mutmaßlich islamistischen Tatverdächtigen wird jetzt mit einem Foto gefahndet.
26.07.2026 | 0:30 min
CSD-Moderatorin nach Attacke fassungslos
Moderatorin Ricarda Hoffmann, die tagsüber durch das Programm des CSD in Berlin führte, schrieb auf Instagram: "Gerade fehlen mir eigentlich die Worte. Was heute passiert ist, hat etwas in mir verändert."
"Ich war heute beim CSD", schrieb Hofmann weiter in ihrem Post. "Nicht nur als Moderatorin, sondern als Teil einer Community, die zusammenkommt, um sichtbar zu sein. Um Liebe zu feiern. Um füreinander einzustehen."
Sängerin Sarah Connor stand noch um 21:30 Uhr auf der CSD-Bühne. In einem Video meldete sie sich noch in der Nacht auf Instagram zu Wort. Zunächst bedankte sie sich für "die ganze Liebe", die sie bei ihrem Auftritt gefühlt habe. Connor berichtete, dass sie kurze Zeit später aus dem Backstage-Bereich evakuiert wurde. "Mir fehlen die Worte. Ich finde es furchtbar." Sie sprach den Verletzten und ihren Angehörigen ihr Beileid aus. Der Star rief am Ende seiner Botschaft dazu auf, "laut zu sein und laut zu bleiben".
Neben Sarah Connor machten andere Promis wie Ruth Moschner, Jochen Schropp und Mia Julia ihren Gefühlen Luft. Der Linken-Politiker und frühere Ministerpräsident Thüringens, Bodo Ramelow, schrieb auf Instagram:
Der Regenbogen ist ein starkes Symbol für Freiheit und der CSD ist Ausdruck der Vielfalt! Lasst uns zusammen trauern und zusammenstehen gegen Hass und Gewalt!
Bodo Ramelow, Linke
Berliner Bischof: "Eine Nacht voller Entsetzen"
Auch der Berliner Bischof Christian Stäblein hat sein Entsetzen über die Gewalttat während des CSD zum Ausdruck gebracht. "Aus einem Tag voller Vielfalt und Liebe wurde eine Nacht voller Entsetzen. Ein Mensch hat sein Leben verloren. Viele andere wurden verletzt", erklärte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) am Sonntag:
Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Angehörigen des Todesopfers, bei den Verletzten, ihren Familien und bei allen, die vor Ort Angst, Schrecken und Gewalt miterleben mussten.
Christian Stäblein, Berliner Bischof
Der Berliner katholische Erzbischof Heiner Koch sagte: "Wie schrecklich! Ein so frohes und bewegendes Fest, brutal zu zerstören". In den Sonntagsgottesdiensten werde Fürbitte für die Betroffenen und ein friedliches Miteinander in der Gesellschaft gehalten, kündigte Koch an.
Der Hass darf nicht gewinnen.
Heiner Koch, Berliner Erzbischof
Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hat sich "entsetzt und traurig" über den mutmaßlichen Anschlag geäußert. "Wir zünden eine Kerze an und beten für alle, die von der schrecklichen Tat betroffen sind", heißt es in einer ersten auf Sozialen Medien veröffentlichten Reaktion des BDKJ-Bundesverbandes. Der Dachverband der katholischen Jugend war über seinen Diözesanverband und andere Teilverbände auch selbst an der CSD-Parade beteiligt.
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Quelle: dpa, epd, kna
Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress am 26.07.2026 ab 00:30 Uhr.