Mutmaßliche Brandstiftung: Festnahme nach Waldbränden in USA

Im Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA ist ein Mann aus Spokane unter dem Verdacht der Brandstiftung festgenommen worden. Der 37-Jährige wird beschuldigt, das größte der drei Feuer ausgelöst zu haben, die seit dem Wochenende in und um Spokane toben, wie Sheriff John Nowels bei einer Pressekonferenz mitteilte. Der zuständige Haftrichter setzte eine Kaution in Höhe von einer Million US-Dollar (etwa 870.000 Euro) fest.
Spokane ist die zweitgrößte Stadt des Bundesstaates, hat rund 230.000 Einwohner und liegt in der Nähe der Grenze zum US-Staat Idaho.
Zeuge sah Verdächtigen knien
Ein Zeuge habe den Mann nahe der Stelle im Gras knien gesehen, wo das "Old Trails Fire" ausgebrochen war, erläuterte der Sheriff. Nach seinen Worten war der Verdächtige bereits am Samstag nahe dem Waldbrandgebiet ein erstes Mal festgenommen worden, wurde dann aber wieder auf freien Fuß gesetzt.
Die Ermittler vermuten dem Sheriff zufolge, dass der Brand mit Streichhölzern oder einem Feuerzeug gelegt wurde. Der Verdächtige soll bei seiner Festnahme wasserfeste Streichhölzer und ein Butangasfeuerzeug bei sich gehabt haben. Der Mann sei in der Vergangenheit bereits wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden, hieß es weiter.
Eine Nationalgardistin an einem Checkpoint bei Spokane Bild: Lindsey Wasson/AP Photo/picture alliance
Das "Old-Trails-Feuer" war am Samstag nordwestlich der Innenstadt von Spokane ausgebrochen. Die Flammen sprangen schließlich über den Fluss Spokane und fraßen sich durch ganze Stadtviertel.
Anwohner erklärten, ein Großteil der Gebäude in der Nachbarschaft sei "so gut wie ausgelöscht". "Es ist nur noch Asche übrig", sagte Angela Deatherage über das Haus, in dem sie und ihr Ehemann fast 22 Jahre lang gelebt hatten.
Entsetzen und Fassungslosigkeit bei einer Anwohnerin Bild: Lindsey Wasson/AP Photo/dpa/picture alliance
Bislang sind in und rund um Spokane nach Behördenangaben mehr als 700 Gebäude abgebrannt. Eine Fläche von rund 32 Quadratkilometern ist verwüstet. Etwa 65.000 Menschen hatten sich vor den Flammen in Sicherheit gebracht. Berichte über Tote oder Verletzte gibt es bislang noch nicht.
"Schlimmste Naturkatastrophe"
Der Gouverneur des Bundesstaates Washington, Bob Ferguson, sprach von der "schlimmsten Naturkatastrophe in der Geschichte Spokanes". Die drei Waldbrände sind nach Behördenabgaben nach wie vor "völlig außer Kontrolle".
Rauch und dicker Qualm über der Region Bild: Young Kwak/AP Photo/picture alliance
Mehr als 1000 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Viele von ihnen kommen aus anderen Bundesstaaten. In den kommenden Tagen werden zahlreiche weitere Brandbekämpfer erwartet. Nach etwas niedrigeren Temperaturen an diesem Dienstag rechnen Wetterexperten von Mitte der Woche an wieder mit extremer Hitze, niedriger Luftfeuchtigkeit und böigen Winden.
Laut Behörden wüten im US-Bundesstaat Washington derzeit 17 größere Brände. Mindestens 1000 Quadratkilometer Fläche sind bereits verwüstet.
Die Feuer im Pazifischen Nordwesten der USA und im benachbarten Kanada sind Teil einer außergewöhnlichen Waldbrandsaison. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Bedingungen wie Hitze und Dürre, die die zunehmende Intensität der Brände begünstigen, eine Folge des Klimawandels sind.
se/pgr (afp, ap, rtr, dpa)