Neue Apple-Desktops vorgestellt: Mac Mini bekommt M6 und der Mac Studio 512 GByte RAM

Apple aktualisiert den Mac Mini und den Mac Studio mit deutlich mehr Leistung für lokale KI-Anwendungen.
25. August 2026 um 16:41 Uhr / Mike Faust
Der Mac Studio kann jetzt mit bis zu 512 Gigabyte Arbeitsspeicher konfiguriert werden. Bild:
Apple
Apple hat neue Versionen des Mac Mini und des Mac Studio vorgestellt. Wie der zugehörigen Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) zu entnehmen ist, ändert sich am Design der Geräte nichts, dafür gibt es bei den Prozessoren einen größeren Sprung.
Der Mac Mini ist künftig wahlweise mit dem neuen M6 oder dem bereits bekannten M5 Pro erhältlich. Beim Mac Studio stehen M5 Max und der neue M5 Ultra zur Wahl. Beide Baureihen sollen insbesondere bei lokalen KI-Anwendungen deutlich schneller werden.
Der M6 im Mac Mini besitzt zwölf CPU- und zwölf GPU-Kerne, wobei die CPU aus zwei sogenannten Super-Kernen, vier Performance- und sechs Effizienz-Kernen bestehen soll. Gegenüber dem M4 spricht Apple von bis zu 40 Prozent mehr CPU-Leistung. Die GPU soll je nach Anwendung bis zu doppelt so schnell sein. Der M6 ist zugleich Apples erster Mac-Prozessor, der in einem 2-Nanometer-Verfahren gefertigt wird. Neu sind auch die Neural Accelerators in allen GPU-Kernen.
Mac-Mini-Pro-Modell erhält M5 Max
Dabei folgt der M6 dem Aufbau der leistungsfähigeren M5-Chips und soll insbesondere Matrixberechnungen für KI-Anwendungen beschleunigen. Apple verspricht für entsprechende Aufgaben eine bis zu viermal höhere Leistung als beim Mac mini mit M4. Unabhängige Benchmarks gibt es dafür bislang nicht.
Der M6 kann auf bis zu 32 GByte gemeinsamen Arbeitsspeicher zugreifen, dessen Bandbreite bei maximal 170 GByte/s liegt. Das Basismodell des Mac Mini (Test mit M4 Pro) bleibt allerdings bei 16 GByte RAM und 256 GByte SSD-Speicher. Die SSD soll laut Apple etwa doppelt so schnell arbeiten wie bei der vorherigen Modellgeneration.
Über dem Mac Mini mit M6 positioniert Apple eine Pro-Variante. Statt eines M6 Pro kommt dort allerdings der M5 Pro zum Einsatz. Er lässt sich mit bis zu 18 CPU- und 20 GPU-Kernen konfigurieren und unterstützt maximal 64 GByte gemeinsamen Arbeitsspeicher bei einer Speicherbandbreite von 307 GByte/s. Damit entsteht die ungewöhnliche Situation, dass Apple innerhalb derselben Mac-Mini-Generation Prozessoren aus zwei verschiedenen Chipgenerationen anbietet.
Bei den Schnittstellen gibt es kleinere Neuerungen. Beide Varianten unterstützen WLAN 7 und Bluetooth 6 und verfügen standardmäßig über 2,5-Gbit-Ethernet. Eine 10-Gbit-Option ist weiterhin erhältlich. Der M6-Mac-Mini hat rückseitig drei Thunderbolt-4-Anschlüsse, beim M5-Pro-Modell sind es drei Thunderbolt-5-Ports. Hinzu kommen HDMI sowie zwei USB-C-Buchsen und ein Kopfhöreranschluss auf der Vorderseite. Das kompakte Gehäuse der 2024 eingeführten Generation bleibt erhalten.
Mac Studio bekommt bis zu 512 GByte RAM
Deutlich weiter nach oben skaliert der neue Mac Studio. Die günstigere Variante verwendet den M5 Max mit 18 CPU-Kernen und bis zu 40 GPU-Kernen. Maximal sind 128 GByte gemeinsamer Arbeitsspeicher mit einer Bandbreite von 614 GByte/s möglich. Apple verspricht gegenüber dem M4 Max bis zu 50 Prozent mehr GPU-Leistung.
Beim Spitzenmodell kommt der neue M5 Ultra zum Einsatz. Er besitzt bis zu 36 CPU- und 80 GPU-Kerne. Erstmals sind auch beim Ultra-Modell Neural Accelerators direkt in die GPU-Kerne integriert. Die Speicherbandbreite beträgt bis zu 1,2 TByte/s, der gemeinsame Arbeitsspeicher lässt sich auf bis zu 512 GByte ausbauen. Damit können auch sehr große Sprachmodelle vollständig im Arbeitsspeicher des Rechners gehalten werden.
Apple richtet den Mac Studio entsprechend offensiv auf lokale KI aus. Über Thunderbolt 5 und RDMA können mehrere Geräte zu einem Cluster zusammengeschlossen werden. Ein Verbund aus vier Mac Studios soll bei verteilter KI-Inferenz laut Apple bis zu dreimal schneller sein als ein einzelnes System. Dabei kann der Speicher mehrerer Rechner als größerer Pool genutzt werden.
Daneben bleibt der Mac Studio eine Workstation für klassische Medien- und 3D-Anwendungen. Der M5 Ultra soll bis zu 33 parallele Streams mit 8K ProRes 422 bei 30 Bildern pro Sekunde wiedergeben können. Die SSD arbeitet mit PCIe Gen 6 und soll bis zu doppelt so schnell sein wie im Vorgängermodell. Thunderbolt 5 erreicht laut Apple bis zu 120 Gbit/s. Hinzu kommen erstmals WLAN 7 und Bluetooth 6 sowie Unterstützung für bis zu acht Displays.
Mac Mini kostet jetzt mindestens 1.050 Euro
Mehr Leistung geht beim Mac Mini erneut mit einem höheren Einstiegspreis einher. Das M6-Modell mit 16 GByte RAM und 256-GByte-SSD kostet in Deutschland mindestens 1.050 Euro. Zuletzt verlangte Apple für den entsprechenden M4-Mac-Mini 950 Euro. Die Version mit M5 Pro beginnt bei 2.000 Euro statt zuletzt 1.900 Euro für den M4 Pro.
Beim Mac Studio bleibt der Einstieg mit M5 Max bei 3.000 Euro. Das Modell mit M5 Ultra beginnt bei 6.600 Euro. Beide neuen Macs können ab sofort vorbestellt werden und sollen ab dem 22. September 2026 ausgeliefert werden. Die Variante des Mac Studio mit 512 GByte Arbeitsspeicher soll allerdings erst Ende Oktober folgen.
Auf beiden Baureihen läuft MacOS 27 Golden Gate. Wie stark sich die von Apple genannten Leistungssteigerungen insbesondere bei lokaler KI in der Praxis auswirken, müssen unabhängige Tests zeigen.
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