News kompakt: Luftalarm in Lettland wegen unbekannter Drohne

Kampfjets der NATO haben am frühen Freitagmorgen im Luftraum des Ostseeanrainerstaates Lettland eine Drohne abgeschossen. Die Bedrohung sei damit beendet, teilte die lettische Armee mit. Das Militär machte keine genauen Angaben zur Herkunft des unbemannten Fluggeräts über der Region Balvi. Die Armee sprach aber von einer ausländischen Drohne, die infolge von Russlands elektronischer Kampfführung in den lettischen Luftraum geraten sei. Damit liegt der Schluss nahe, dass es sich um eine abgewehrte ukrainische Drohne gehandelt haben könnte. Nach dem Vorfall hob Lettland einen zuvor ausgerufenen Luftalarm für an Russland grenzende Gebiete wieder auf.
Gleichzeitig richtete Finnland im östlichen Teil des Finnischen Meerbusens eine vorübergehende Sperrzone für den Luft- und Schiffsverkehr ein. Die finnische Armee spricht von einer Vorsichtsmaßnahme. Ziel sei es, in diesem Teil der Ostsee die Sicherheit unbeteiligter Personen sowie die Einsatzfähigkeit der Behörden zur Abwehr möglicher Drohnen zu gewährleisten, heißt es aus Helsinki.
UN beklagen viele Tote im Ukraine-Krieg
Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach Angaben der Vereinten Nationen im Juli so viele Zivilisten ums Leben gekommen wie seit Jahren nicht mehr innerhalb eines Monats. Es seien mindestens 437 Menschen in der Ukraine getötet und mehr als 2600 Zivilisten verletzt worden, gab die UN-Menschenrechtsbeobachtermission bekannt. Die Zahl der im Juli Getöteten sei damit die höchste, die seit Mai 2022 binnen eines Monats erfasst wurde.
Auch auf russischer Seite habe die Zahl der getöteten Zivilisten im Juli zugenommen, so die UN-Beobachter. Russische Behörden hätten 79 Tote und mehr als 600 Verletzte gemeldet. Nach Angaben der Mission sind die Zahlen aus Moskau schwer überprüfbar, weil der Zugang zu Informationen in Russland eingeschränkt ist. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 haben die Vereinten Nationen nach eigenen Angaben fast 16.900 getötete Zivilisten erfasst und mehr als 51.000 Verletzte.
Emirate melden Angriffe in der Straße von Hormus
Die Lage am Persischen Golf bleibt weiter angespannt. Nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate wurden in der faktisch blockierten Straße von Hormus zwei Schiffe des staatlichen emiratischen Ölkonzerns ADNOC attackiert. Das Außenministerium in Abu Dhabi macht den Iran für den nächtlichen Angriff verantwortlich. Bei dem Vorfall in der Meerenge sei niemand verletzt worden. Derartige Angriffe auf die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus seien "Piraterieakte" der iranischen Revolutionsgarden und stellten eine direkte Bedrohung für die Stabilität der Region, ihrer Bevölkerung und der globalen Energiesicherheit dar, heißt es aus dem Außenministerium der Emirate. Der Iran müsse "diese unprovozierten Angriffe" einstellen und eine vollständige Wiedereröffnung der Meerenge gewährleisten.
Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean. Die für den Welthandel bedeutende Wasserstraße ist einer der wichtigsten Streitpunkte zwischen den USA und dem Iran bei den Bemühungen um ein Ende des Krieges. Eine zwischen beiden Seiten vereinbarte 60-tägige Waffenruhe läuft an diesem Samstag aus.
Ebola-Virus breitet sich im Kongo weiter aus
In der Demokratischen Republik Kongo sind inzwischen sechs Provinzen von Ebola betroffen. Mittlerweile seien auch Fälle in der Stadt Buta in der Provinz Bas Uélé bestätigt worden. Die Kranken hätten sich bei Infizierten aus der Nachbarprovinz Haut Uélé angesteckt, so der Direktor der Gesundheitsbehörde Africa CDC, Jean Kaseya. Nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums wurden seit Mai fast 4600 Ebola-Fälle registriert. Mehr als 2100 Menschen starben in dem zentralafrikanischen Land an der hochansteckenden Infektionskrankheit.
Beerdigung eines Ebola-Opfers in Bunia (am Mittwoch)Bild: Dieudonne Dirole/AP Photo/picture alliance
Das Ebola-Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Folge sind Fieber, Durchfall und Blutungen, die zum Tod führen können. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt.
Unwetter in Ostjapan
Durch extremen Starkregen sind im Osten Japans mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Opfer steigen könnte. Die Behörden warnen vor Überschwemmungen und Erdrutschen.
Überflutete Straße in Chiba (am Donnerstag)Bild: Philip Fong/AFP
In der besonders betroffenen Region Chiba wurde zwischenzeitlich erstmals die höchste Warnstufe für Starkregen ausgerufen. In den Städten Ichikawa, Kashiwa und Sakura wurden dutzende Häuser überschwemmt. Nach Angaben des japanischen Energieversorgungsunternehmens TEPCO waren in den betroffenen Gebieten mehr als 20.000 Haushalte ohne Strom. Am Flughafen Tokio-Narita saßen über Nacht tausende Reisende fest, weil ihre Flüge nicht starten konnten.
Hitze-Spitzenwerte in Deutschland
In Deutschland ist in den kommenden Tagen wieder Schwitzen angesagt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach erwartet teils Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius im Westen und Südwesten des Landes. Nur an den Küsten werde es etwas kühler. Es ist nicht die erste Hitzewelle in diesem Jahr. Bereits im Juni lagen an manchen Tagen vielerorts in Deutschland die Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke.
Verdorrte Sonnenblumen in Brandenburg (am Montag)Bild: Frank Hammerschmidt/dpa/picture alliance
Das hat Folgen: Deutschlandweit haben Hitzeperioden in diesem Jahr nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu rund 12.500 Sterbefällen geführt. Das geht aus dem aktuellen RKI-Bericht zur sogenannten hitzebedingten Mortalität hervor. Der Deutsche Bauernverband rechnet aufgrund der anhaltenden Trockenheit in diesem Jahr mit erheblichen Ernteeinbußen bis hin zum Totalausfall. Auch die Waldbrandgefahr ist hoch. Wegen eines nahenden Feuers wurde ein Ortsteil der Gemeinde Hürtgenwald im westdeutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen evakuiert. 1800 Anwohner mussten ihre Häuser verlassen.
AR/haz (dpa, afp, rtr, ap)
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