Nördlingen präsentiert Lange Nacht mit Wissenschaft und Demokratie

Nach dem Großereignis ist vor dem Großereignis. Das gilt auf jeden Fall für Nördlingen. Denn der BR-Radltour folgt am 2. Oktober die „Lange Nacht der Demokratie – featuring Wissenschaft“. An zwölf Orten zeigt die Stadt, was sie an Wissen zu bieten hat. Für jeden und jede, egal wie alt. Der Eintritt ist frei.
Beginn ist um 17 Uhr, Ende gegen 22 Uhr. Das genaue Programm wird am 2. September vorgestellt, dann gibt es auch einen Flyer, mit denen man seinen Rundgang planen kann.
Nördlingen: Lange Nacht der Wissenschaft und der Demokratie am 2. Oktober
Alles begann vor fast zwei Jahren mit einem Vorschlag: Die Professoren Florian Kerber und Jürgen Lenz wollten mit ihrer Wissenschaft in die Stadt. Die beiden leiten das Technologie-Transferzentrum der Technischen Hochschule Augsburg in Nördlingen. Der Standort: nicht gerade stadtnah im Gebäude des Technologiecentrums Westbayern (TCW) in der Emil-Eigner-Straße. Deswegen ist vielleicht nicht allen Nördlingern bewusst, dass sie in einer Hochschulstadt leben.
Daran wollten Kerber und Lenz etwas ändern. Oberbürgermeister David Wittner war sofort bereit, das zu unterstützen. Blieb die Frage, wer die Organisation übernimmt. Und so landete das Vorhaben bei Dr. Franziska Emmerling, der Volkshochschule und dem Kulturbüro. Emmerling kombinierte die Idee einer Langen Nacht der Wissenschaft mit der einer Langen Nacht der Demokratie. Denn beides sei stark miteinander verbunden.
Veranstaltungen in Nördlingen: Lange Nacht am 2. Oktober
In der Wissenschaft gebe es geordnete Wege, um Wissen zu gewinnen und zu vermitteln, die als Vorbild und Grundlage für die Diskussionskultur in der Demokratie dienen können. Es gehe darum, wie wir miteinander reden und gemeinsam nach Lösungen suchen. In dieser Langen Nacht komme die Wissenschaft auf die Zivilgesellschaft zu. Sie zeige, dass sie nicht in einem Elfenbeinturm sitze und welchen großen Einfluss sie auf unser tägliches Leben habe.
Das Werte Bündnis Bayern bezuschusst die Lange Nacht mit 2000 Euro. Nicht viel, aber eine große Anerkennung, so Emmerling. Denn es ist die Höchstförderung, die diese Stiftung vergibt. Die übrigen Kosten tragen die Stadt und alle, die sich beteiligen, ihre Zeit, ihre Energie, ihr Wissen einbringen. Diese große Bereitschaft, an der Langen Nacht der Demokratie mitzuwirken, mache ihr Mut. „Das sind nicht wir. Das ist die Stadtgesellschaft. Es ist ein Privileg, dafür arbeiten zu dürfen.“
Das Angebot ist so vielfältig, dass man seinen Stadtrundgang schon etwas planen muss, wenn man bestimmte Vorträge hören will. Aber natürlich gibt es auch Demonstrationen, die den ganzen Abend gezeigt werden und viele Gelegenheiten zum Mitmachen, wie beispielsweise bei der Kinder-Uni der Fachakademie. Auf zwei Besonderheiten weist Emmerling hin: den Science Poetry Slam und das Stuttgarter Improtheater.
Beim Science Poetry Slam werden junge Wissenschaftler ihre Forschung auf die Bühne bringen. „Mensch und Maschine“ ist das Thema. Die Anforderung lautet, „wissenschaftliche Inhalte verständlich für ein breites, nicht wissenschaftliches Publikum“ zu präsentieren. Dieses Publikum entscheidet, wer den Wettbewerb gewinnt, wem es am besten gelungen ist, die wissenschaftliche Qualität seiner Arbeit verständlich, praxisbezogen und mit Humor und Kreativität vorzustellen. Der Wettbewerb beginnt um 19 Uhr im Rathausgewölbe. Zur selben Zeit startet auch „Ein Quantum Impro“ in der Alten Schranne. Es ist eine Zusammenarbeit des Stuttgarter Improvisationstheaters „Kanonenfutter“ mit dem Max-Planck-Institut für Festkörperforschung. „So easy ist Quantenphysik“ ist das Versprechen der Gruppe. Und wen Mitdenken, Mitmachen und Flanieren hungrig machen, für den gibt es natürlich Verpflegungsstationen.