Review: PEARL Simulus RC-Drohne GH-735 mit 2K-Kamera und Display-Fernbedienung im Test

Kompakte Kameradrohnen müssen nicht mehrere hundert Franken kosten. Mit der Simulus RC-Drohne GH-735 bietet PEARL ein Einsteigermodell an, das trotz des günstigen Preises mit einigen interessanten Funktionen aufwartet. Dazu zählen eine 2K-Kamera, Brushless-Motoren, Optical-Flow-Stabilisierung, verschiedene automatische Flugfunktionen und vor allem eine Fernsteuerung mit integriertem 4.3-Zoll-Farbdisplay. Das Live-Bild der Kamera lässt sich dadurch direkt auf der Fernsteuerung betrachten, ohne dafür zwingend ein Smartphone verwenden zu müssen.
Review: Faltbare Drohne Simulus WiFi-FPV-Quadrocopter von PEARL im Test
Review: Simulus faltbarer FPV-Mini-Quadrocopter GH-44.mini FullHD von PEARL im Test
Mit rund 135 g bleibt die GH-735 zudem deutlich unter der für Drohnen wichtigen Grenze von 250 g und gehört zur Drohnenklasse C0. Damit ist sie von vielen Haftpflichtversicherungen bereits abgedeckt. Doch dazu später. Die maximale Funkreichweite beträgt laut Hersteller bis zu 100 m, während der mitgelieferte Akku eine Flugzeit von bis zu 14 Minuten ermöglichen soll.
Inhaltsverzeichnis
Lieferumfang der PEARL Simulus RC-Drohne GH-735 Drohne
Hardware und Eigenschaften
Testeindruck
Bedienung und Steuerung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Flugeigenschaften der GH-735 RC-Drohne
Zulassungsbedingungen der Kamera-Drohne in DACH
In Deutschland
In Ă–sterreich
In der Schweiz
Preis und Fazit
Lieferumfang der PEARL Simulus RC-Drohne GH-735 Drohne
PEARL liefert die GH-735 vergleichsweise komplett aus. Im Paket befindet sich zunächst die eigentliche Drohne samt 1’200-mAh-Li-Ion-Akku. Dazu kommt die Fernsteuerung, die ebenfalls einen integrierten Li-Ion-Akku mit ebenfalls 1’200 mAh Ladekapazität besitzt. Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal in dieser Preisklasse ist das in die Fernsteuerung integrierte 4.3-Zoll- beziehungsweise 11-cm-Farbdisplay. Für die Live-Ansicht der Kamera wird daher kein zusätzliches Smartphone benötigt.
Zum Lieferumfang gehören ausserdem ein USB-C-zu-USB-A-Ladekabel für die Fernsteuerung und ein separates Micro-USB-zu-USB-A-Kabel für den Drohnen-Akku. Zwei Ersatz-Rotorblätter sowie ein kleiner Schraubendreher ermöglichen kleinere Reparaturen. Praktisch ist auch die mitgelieferte Transporttasche, in der sich Drohne, Fernsteuerung und Zubehör gemeinsam verstauen lassen.
Eine deutschsprachige Bedienungsanleitung liegt ebenfalls bei. Nicht enthalten sind dagegen USB-Netzteile sowie eine microSD-Speicherkarte. Unterstützt werden Karten mit einer Kapazität von lediglich bis zu 32 GB.
Hardware und Eigenschaften
Die Simulus GH-735 von PEARL misst 185 x 158 x 52 mm und wiegt inklusive Akku rund 135 g. Damit ist sie ausgesprochen kompakt und lässt sich problemlos in der mitgelieferten Tasche transportieren. Gleichzeitig gehört sie zur Drohnenklasse C0 und kann in der offenen Kategorie A1 betrieben werden.
Als Antrieb verwendet Simulus Brushless-Motoren. Gegenüber einfachen Bürstenmotoren, wie sie insbesondere bei günstigen Spielzeugdrohnen noch häufig anzutreffen sind, arbeiten bürstenlose Motoren verschleissärmer und effizienter. Für Foto- und Videoaufnahmen verfügt die GH-735 RC-Drohne über eine integrierte 2K-Kamera mit einer maximalen Auflösung von 2304 x 1296 Pixel. Die Aufnahmen lassen sich auf einer microSD-Speicherkarte mit bis zu 32 GB Kapazität speichern.
Das Live-Bild der Kamera wird auf dem 4.3-Zoll-Farbdisplay der Fernsteuerung angezeigt. Alternativ steht eine kostenlose App fĂĽr iOS und Android zur VerfĂĽgung. Smartphone oder Tablet werden ĂĽber ein 2.4-GHz-WLAN mit der Drohne verbunden. Ăśber die App stehen unter anderem Live-Bild, Foto- und Videoaufnahme sowie eine alternative Touch-Steuerung zur VerfĂĽgung.
Zur Unterstützung beim Fliegen nutzt die GH-735 eine Optical-Flow-Stabilisierung. Eine nach unten gerichtete optische Erfassung unterstützt die Drohne beim Halten von Höhe und Position. Darüber hinaus stehen eine Headless-Funktion, automatische Start- und Landefunktionen, eine Rückkehrfunktion per Tastendruck sowie eine 3D-Flip-Funktion zur Verfügung.
Die wichtigsten technischen Daten im Ăśberblick:
Abmessungen: 185 x 158 x 52 mm
Gewicht: ca. 135 g
Drohnenklasse: C0
Kamera: 2K, Auflösung: 2304 x 1296 Pixel
Fernsteuerung mit 4.3-Zoll-Farbdisplay
Live-BildĂĽbertragung auf Fernsteuerung oder Smartphone
microSD-Speicherkarten bis 32 GB
Reichweite: bis zu 100 m
WLAN: 2.4 GHz
kostenlose App fĂĽr iOS und Android
Brushless-Motoren
Optical-Flow-Stabilisierung
Headless-Modus
Automatische Start- und Landefunktion
RĂĽckkehrfunktion per Tastendruck
3D-Flip-Funktion
Drohnen-Akku: Li-Ionen 1200 mAh, austauschbar
Flugzeit: bis zu 14 Minuten
Fernsteuerungs-Akku: Li-Ionen mit 1200 mAh, fest verbaut
Laden der Fernsteuerung und des Drohnenakkus via USB-C
GPS gehört dagegen nicht zur Ausstattung. Entsprechend sollte die Rückkehrfunktion nicht mit dem satellitengestützten Return-to-Home-System deutlich teurerer Kameradrohnen verwechselt werden. Auch ein mechanischer Kamera-Gimbal ist nicht vorhanden. Neben der motorisierten Hauptkamera ist eine zweite, stetig nach unten geneigte Kamera verbaut, mit deren Hilfe die Drohne jedoch hauptsächlich die Landung automatisiert abwickelt.
Testeindruck
Bereits beim ersten Handling fällt das geringe Gewicht der GH-735 auf. Mit lediglich rund 135 g wirkt die Drohne naturgemäss leichter als höherpreisige Kameradrohnen, die Verarbeitung macht für die anvisierte Einstiegsklasse aber einen zweckmässigen Eindruck.
Das geringe Gewicht ist beim Transport ein klarer Vorteil. Drohne und Fernsteuerung nehmen in der mitgelieferten Tasche nur wenig Platz ein. Gleichzeitig sollte man sich bewusst sein, dass eine sehr leichte Drohne im Freien grundsätzlich viel stärker auf Wind reagiert als ein schwereres Modell.
Positiv ist, dass PEARL zwei Ersatz-Rotorblätter und den für den Wechsel benötigten kleinen Schraubendreher direkt mitliefert. Gerade bei einem Einstiegsmodell ist das sinnvoll, da die Rotoren bei missglückten Landungen oder Kontakten mit Hindernissen zu den am stärksten gefährdeten Komponenten gehören. Die Transporttasche erweist sich ebenfalls als nützlich. Insbesondere die Rotoren und die Kamera sind darin deutlich besser geschützt, als wenn die Drohne lose in einem Rucksack transportiert würde.
Bedienung und Steuerung
Bei der Bedienung spielt die GH-735 ihre grösste Stärke aus. Die Fernsteuerung besitzt ein eigenes Display, wodurch das sonst bei günstigen Kameradrohnen übliche Prozedere mit Smartphone, App und Handyhalterung nicht zwingend notwendig ist.
Nach dem Einschalten steht das Live-Bild der Kamera direkt auf dem 4.3-Zoll-Display zur Verfügung. Das vereinfacht spontane Flüge erheblich. Wer zusätzliche Funktionen nutzen oder lieber auf einem grösseren Smartphone-Display arbeiten möchte, kann weiterhin die kostenlose App verwenden. Dazu ist an der Fernbedienung auch direkt eine Handyhalterung mit Federmechanismus verbaut.
Preis: Kostenlos
Preis: Kostenlos
Die App namens KYUFO erlaubt dabei die Steuerung der Drohne und das Anzeigen des Live-Kamerabildes ähnlich wie das die Fernbedienung schon macht.
Für den Einsteig in den Spass mit Drohnen interessant sind zudem die verschiedenen Assistenzfunktionen. Start und Landung lassen sich per Tastendruck auslösen, was auch durchaus beachtlich gut klappt. Der Headless-Modus erleichtert die Orientierung, weil sich die Steuerungsrichtungen an der Position des Piloten orientieren und nicht daran, wohin die Vorderseite der Drohne gerade zeigt.
Vor allem auf grössere Entfernung kann dies hilfreich sein, da sich die Ausrichtung einer nur knapp 19 cm breiten Drohne mit blossem Auge nicht immer eindeutig erkennen lässt.
Die Optical-Flow-Stabilisierung unterstützt zusätzlich beim Halten der Position. Das System arbeitet optisch und benötigt kein GPS. Es funktioniert deshalb vor allem in niedriger Höhe und über ausreichend strukturierten sowie gut beleuchteten Flächen gut. Über sehr gleichmässigen Untergründen oder bei schlechten Lichtverhältnissen sind die Grenzen des Systems schneller erreicht.
FĂĽr etwas mehr Unterhaltung sorgt die 3D-Flip-Funktion. Per Tastendruck fĂĽhrt die GH-735 dabei einen Ăśberschlag aus.
Bildqualität
Die Kamera der Simulus Drohne GH-735 bietet eine maximale Auflösung von 2304 x 1296 Pixeln und wird entsprechend als 2K-Kamera vermarktet. Für eine Einsteigerdrohne in dieser Preisklasse ist die Auflösung durchaus ordentlich. Die Kamera eignet sich aber in erster Linie für Schnappschüsse aus ungewöhnlichen Perspektiven, kurze Urlaubsvideos oder Aufnahmen für Social Media.
Man sollte die reine Pixelzahl indes nicht mit der Bildqualität deutlich teurerer Kameradrohnen gleichsetzen. Neben der Auflösung bestimmen unter anderem Sensorgrösse, Optik, Datenrate, Dynamikumfang und Bildstabilisierung die tatsächliche Qualität. Insbesondere auf einen mechanischen Gimbal muss die GH-735 verzichten. Bewegungen der Drohne können deshalb unmittelbar im Video sichtbar werden. Die Optical-Flow-Funktion stabilisiert die Flugposition, ersetzt aber keine mechanische Stabilisierung der Kamera.
Bei ruhigen Flugbewegungen und wenig Wind lassen sich dennoch brauchbare Aufnahmen erzielen. Wer dagegen gezielt hochwertige, besonders ruhige Landschafts- oder Reisevideos produzieren möchte, sollte zu einer deutlich teureren Kameradrohne mit Gimbal greifen.
Gut gefällt die Möglichkeit, Bilder und Videos direkt auf einer microSD-Karte in der Fernbedienung zu speichern. Unterstützt werden Speicherkarten bis 32 GB. Damit ist man indes aber immer noch auf über WLAN übertragene Live-Ansicht angewiesen.
Akkulaufzeit
Der herausnehmbare Li-Ion-Akku der GH-735 bietet eine Kapazität von 1’200 mAh. PEARL gibt eine maximale Flugzeit von bis zu 14 Minuten an. Das zeigt sich in den Testflügen auch als durchaus realistisch. Für eine kleine Einstiegsdrohne ist das ein akzeptabler Wert. Mit den Laufzeiten aktueller Premium-Modelle, die teilweise deutlich mehr als 30 Minuten in der Luft bleiben, kann die GH-735 naturgemäss nicht konkurrieren.
Dennoch sind die 14 Minuten auch eher die Obergrenze. Wind, aggressive Flugmanöver, häufige Höhenänderungen und niedrige Temperaturen können die tatsächliche Flugzeit reduzieren. Ebenso ist ein Flug auf grosse Distanz durch die Signalstärke der WLAN-Verbindung zur Fernbedienung auch nicht gerade akkuschonend.
Wer mehr als nur eine kurze Flugrunde plant, sollte daher über einen zusätzlichen Akku nachdenken. Positiv ist immerhin, dass der Akku aus der Drohne entnommen werden kann. Auch die Fernsteuerung besitzt einen integrierten Akku mit 1200 mAh. Ein Satz AA- oder AAA-Batterien wird somit nicht benötigt. Geladen wird die Fernsteuerung zeitgemäss über USB-C, ebenso wie die entnehmbaren Akkus der Simulus-Drohne von PEARL.
Flugeigenschaften der GH-735 RC-Drohne
Mit Brushless-Motoren ist die GH-735 für ihre Preisklasse ordentlich ausgestattet. Die Motoren ermöglichen schnelle Reaktionen auf Steuerbefehle und sind gleichzeitig verschleissärmer als klassische Bürstenmotoren. Für den Einstieg sind insbesondere die automatischen Start- und Landefunktionen hilfreich. Auch die Optical-Flow-Stabilisierung erleichtert erste Flugversuche, da weniger permanente Korrekturen über die Steuerknüppel erforderlich sind.
Das geringe Gewicht von 135 g macht sich allerdings bei Wind bemerkbar. Für erste Flüge empfiehlt sich daher eine möglichst windarme Umgebung mit wirklich viel freiem Platz. PEARL gibt eine maximale Reichweite der Fernsteuerung von bis zu 100 Metern an. Diese technische Reichweite bedeutet allerdings nicht, dass die Drohne beliebig weit entfernt werden darf. In Deutschland, Österreich und der Schweiz muss in der offenen Kategorie grundsätzlich innerhalb der direkten, persönlichen Sichtweite geflogen werden.
Auch bei der Rückkehrfunktion sollte man die technische Ausstattung im Blick behalten. Da die GH-735 kein GPS besitzt, handelt es sich nicht um ein vollwertiges GPS-Return-to-Home, wie man es von teureren Kameradrohnen kennt. Für einen einfachen Quadrocopter ist die Funktion dennoch eine willkommene zusätzliche Unterstützung. Die Drohne dreht sich dabei relativ zuverlässig in die Richtung der Fernbedienung und versucht, diese anzusteuern.
Zulassungsbedingungen der Kamera-Drohne in DACH
Mit 135 g und der Einstufung in Klasse C0 gehört die Simulus GH-735 von PEARL zu den rechtlich unkomplizierteren Kameradrohnen. Komplett ohne Formalitäten darf sie wegen ihrer Kamera allerdings weder in Deutschland noch in Österreich oder der Schweiz betrieben werden. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und juristische Korrektheit, hier ein kleiner Überblick, was es bei dieser Drohne zu beachten gilt:
In Deutschland
Da die GH-735 weniger als 250 g wiegt, ist für den Betrieb in der offenen Kategorie A1 kein EU-Kompetenznachweis A1/A3 erforderlich. Wegen der integrierten Kamera muss man sich indes jedoch beim Luftfahrt-Bundesamt registrieren. Die dabei vergebene e-ID ist auf der Drohne anzubringen. In Deutschland besteht darüber hinaus unabhängig vom geringen Gewicht eine Haftpflichtversicherungspflicht für Drohnen. Das reguläre Mindestalter beträgt 16 Jahre; jüngere Personen dürfen unter bestimmten Voraussetzungen unter direkter Aufsicht fliegen. In A1 dürfen mit einer C0-Drohne einzelne unbeteiligte Personen überflogen werden, Menschenansammlungen dagegen nicht. Vor jedem Flug sollte zudem geprüft werden, ob am vorgesehenen Standort geografische Einschränkungen gelten. Dafür stellt die Digitale Plattform Unbemannte Luftfahrt das dipul Map Tool zur Verfügung.
In Ă–sterreich
Auch in Österreich ist für eine Drohne unter 250 g beziehungsweise der Klasse C0 kein Drohnenführerschein erforderlich. Wegen der Kamera besteht jedoch eine Registrierungspflicht für die Person, welche die PEARL Simulus RC-Drohne GH-735 betreibt. Die nach der Registrierung vergebene Betreibernummer muss auf der Drohne angebracht werden. In Österreich gilt auch eine Haftpflichtversicherungspflicht mit einer vorgeschriebenen Mindestdeckung von 750’000 Sonderziehungsrechten. Die Dronespace-Plattform beziehungsweise Dronespace-App von Austro Control zeigt, ob am gewünschten Flugort Einschränkungen oder zusätzliche Voraussetzungen gelten. Diese sind unbedingt vor dem Start zu beachten!
In der Schweiz
Auch die Schweiz verlangt eine Registrierung als Drohnenbetreiber:in, wenn eine Drohne unter 250 g mit einer Kamera oder einem anderen Sensor zur Erfassung personenbezogener Daten ausgestattet ist. Die Registrierung kostet beim Bundesamt für Zivilluftfahrt SFr. 10. Die Nummer muss anschliessend gut sichtbar an der Drohne angebracht werden. Für C0-Drohnen unter 250 g ist kein Fernpiloten-Zertifikat vorgeschrieben. In der Schweiz besteht für Drohnen unter 250 g zudem keine gesetzliche Haftpflichtversicherungspflicht, das BAZL empfiehlt einen entsprechenden Versicherungsschutz jedoch. Ab 250 g beträgt die vorgeschriebene Deckung mindestens SFr. 1’000’000. Das Mindestalter liegt bei 12 Jahren. Auch in der Schweiz dürfen Menschenansammlungen nicht überflogen werden. Weitere eingeschränkte Gebiete gibt es auf der offiziellen interaktive Drohnenkarte des BAZL auf map.geo.admin.ch. Zudem wird empfohlen, das Daily Airspace Bulletin Switzerland (DABS) vor dem Start der Drohne zu konsultieren, denn manche Einschränkungen sind tagesaktuell anders.
In allen drei Ländern gelten ausserdem die jeweiligen geografischen Flugbeschränkungen sowie Datenschutz- und Persönlichkeitsrechte. Gerade bei einer Kameradrohne sollte daher nicht nur geprüft werden, wo geflogen werden darf, sondern auch immer, was beziehungsweise wer aufgenommen wird oder aufgenommen werden könnte. Wer über ein Waldstück oder einen Acker fliegt, kann auch mal versehentlich Menschen filmen, die darüber vielleicht nicht so erfreut sein könnten.
Preis und Fazit
Die PEARL Simulus RC-Drohne GH-735 gibt es für 69,99 Euro bzw. 99,95 SFr. zu kaufen und richtet sich klar an alle, die den Einstieg in den Drohnenflug probieren wollen und an Freizeitpilotinnen, die möglichst günstig erste Erfahrungen mit einer Kameradrohne sammeln möchten. Ihr interessantestes Merkmal ist dabei weniger die 2K-Auflösung als vielmehr die Fernsteuerung mit integriertem 4.3-Zoll-Farbdisplay.
Dass für das Live-Bild kein Smartphone benötigt wird, macht die GH-735 unkompliziert und schnell einsatzbereit. Hinzu kommen Funktionen wie Optical Flow, Headless-Modus, automatischer Start und automatische Landung sowie 3D-Flips. Die Brushless-Motoren sind in dieser Preisklasse ebenfalls positiv hervorzuheben.
Bei der Kameratechnik muss man dagegen realistische Erwartungen haben. Die Auflösung von 2304 x 1296 Pixel reicht zwar für Schnappschüsse und einfache Videos vollkommen aus, doch ein mechanischer Gimbal fehlt. Das Bild ist damit schnell unruhig und auch der Sensor liefert nur bei optimalen Lichtbedingungen wirklich gute Aufnahmen. Auch GPS ist nicht vorhanden. Die Rückkehrfunktion ist daher nicht mit dem satellitengestützten Return-to-Home hochwertiger Kameradrohnen vergleichbar.
Die maximale Flugzeit von 14 Minuten ist ebenfalls eher knapp. Wer länger fliegen möchte, kommt an einem zusätzlichen Akku kaum vorbei. Auf der Habenseite stehen das sehr geringe Gewicht von 135 g, die C0-Einstufung, die einfache Bedienung, Brushless-Motoren und der umfangreiche Lieferumfang samt Transporttasche. Besonders für Einsteiger reduziert die Kombination aus Display-Fernsteuerung und automatischen Flugfunktionen die Einstiegshürde deutlich.
Wer professionelle Luftbilder oder besonders ruhige 4K-Videos erwartet, ist bei der GH-735 falsch. Wer dagegen eine kompakte und unkomplizierte Freizeitdrohne sucht, um erste Erfahrungen mit dem Fliegen und Fotografieren aus der Luft zu sammeln, bekommt ein interessantes Gesamtpaket. Gerade die eigenständige Fernsteuerung mit integriertem Display hebt die Simulus GH-735 von vielen ähnlich günstigen Modellen ab.