Sarah Tacke: Wirtschafts-Experte macht Kevin Kühnert rund
Im Talk bei Tacke: Wirtschafts-Experte macht Kühnert rund
Ex-SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert (37) kam beim ZDF-Talk unter die Räder
Foto: ZDF
14.08.2026 - 06:06 Uhr
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Wissenschaft gegen Ideologie! Ex-SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert (37) kam bei ZDF-Talkmasterin Sarah Tacke (43) heftig unter die Räder. Sein Pech: Er ließ sich beim Thema Erbschaftsteuer auf ein hitziges Wortgefecht mit Wirtschafts-Professor Bernd Raffelhüschen (68) ein. Dabei trat der Experte Kühnerts Pläne gnadenlos in die Tonne: „Die Erbschaftsteuer ist wahnsinnig kostenintensiv. Sie brauchen einen Bürokratieapparat, das ist ungeheuerlich!“ Kühnert spottete daraufhin verärgert: „Ihre Sorgen in allen Ehren, aber jetzt wird es ein bisschen albern!“ Dafür kassierte der SPD-Mann prompt eine Gelbe Karte: „Steuern, von denen Sie wahrscheinlich keine Ahnung haben!“, konterte ihn der Experte aus.
Danach folgte eine Generalattacke Raffelhüschens: „Sie haben gesagt, wir sind ein Höchststeuerland. Das ist völliger Blödsinn!“ Denn, so der Wissenschaftler: „Wir haben gar nicht die höchsten Steuersätze. Ganz im Gegenteil! Wir sind ein Hochabgabenland, bauen sehr stark auf Sozialabgaben. Die Hälfte dessen, was der Staat einnimmt, sind gar keine Steuern, sondern Sozialversicherungsbeiträge. Sie verwechseln Steuern und Beträge. Versuchen Sie doch mal, sich mit dem Steuerrecht ein bisschen auseinanderzusetzen!“
Populistische Forderung
Talkmasterin Tacke kitzelte Kühnert auch noch mit einer Frage zum Thema Steuerschlupflöcher: „Ärgert es Sie im Nachhinein, dass Sie, als Sie noch politische Verantwortung hatten, da nichts gemacht haben?“ Kühnert, schon sichtlich vergrätzt, schob die Schuld flugs auf andere: „Es ärgert mich, dass es keine Mehrheiten dafür gab.“ Danach wollte er mit einer typischen Populisten-Forderung punkten: „Wir müssen aus demokratischen Gründen aufpassen, dass die Vermögensverhältnisse nicht allzu extrem auseinandergehen.“
Unsouverän reagierte der Ex-Juso-Chef auch auf eine unwillkommene Erinnerung an seine berufliche Vergangenheit und die Politik der SPD: „Sie waren in 30 Jahren als Partei 24 Jahre auf dem Spielfeld“, hielt ihm Familienunternehmerin Andrea Thoma-Böck (57) vor. Kühnerts gereizte Antwort: „Das führt uns nicht weiter, weil ich kann auf der Ebene nicht antworten. Ich vertrete hier keine Partei. Ich vertrete meinen Arbeitgeber und nicht eine Parteipolitik des Bundeskanzlers.“ Der Ex-Juso-Chef ist heute Bereichsleiter Steuern beim Verein „Finanzwende“.
„Sie sind ja nun selbst Lobbyist“
Zu Kühnerts Klage über „großen Lobbydruck“ zu seiner Zeit als Politiker sagte die ZDF-Talkmasterin: „Sie sind ja nun selbst Lobbyist und haben die Handynummer vom Finanzminister. Nutzen Sie die?“ Kühnert eisig: „Nein, weil ich kann mir mit der Position von ‚Finanzwende‘ auch anders Gehör verschaffen.“
Zum Schluss forderte Kühnert auch noch wie in alten Sozialistenträumen: „Ich glaube, dass eine effektive Vermögensobergrenze etwas zutiefst Demokratieschützendes wäre.“ Da setzte sich Raffelhüschen doch lieber für eine gerechtere Wirtschaftsphilosophie ein: „Wir sollten jetzt mal an den Punkt kommen, wo wir unser Unternehmerbild ändern“, forderte der Wissenschaftler, „damit im Tatort nicht immer der Migrant als Verdächtiger da ist und der Mörder dann der Unternehmer war.“
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