Scalable Capital öffnet Depot für ChatGPT, Claude und Grok: Was die Chatbots dürfen – und was nicht

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Scalable Capital öffnet eine Schnittstelle für KI‑Assistenten. Die Modelle können Depotdaten auswerten und Wertpapierorders vorbereiten. Völlig autonom handeln dürfen sie allerdings noch nicht.
Agentic Investing bei Scalable Capital (Foto: Scalable Capital)
Bei Scalable Capital können Kund:innen jetzt die KI das Konto und Depot managen lassen. Dazu öffnet der Neobroker mit Vollbanklizenz jetzt eine Schnittstelle für die Einbindung von KI-Chatbots wie ChatGPT, Claude oder Grok.
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Das versetzt Nutzer:innen in die Lage, einfach im Gespräch mit dem Chatbot ihrer Wahl Details über das eigene Konto abzufragen, Analysen zu starten oder sogar Wertpapierorders abzugeben. So ließen sich etwa per Prompt Musterportfolios oder ein personalisierter Newsletter über die Aktien auf der Watchlist im Depot erstellen. Dazu erhalten die KI-Modelle Zugriff auf das Depot und können etwa den Depotbestand oder die Transaktionshistorie einsehen.
Nutzung auf eigene Gefahr
Nutzer:innen können die KI aber auch bitten, Sparpläne zu erstellen oder sie mit Aktien handeln zu lassen. Vollständig autonom handeln kann die KI bei Scalable dann aber nicht. Jeder Kauf oder Verkauf muss weiterhin vom Kunden bestätigt werden. Außerdem werden dann vor der Ausführung der Transaktion entsprechende Kosteninformationen und Risikohinweise angezeigt, um die regulatorischen Bedingungen zu erfüllen. Jede über “Agentic Investing” durchgeführte Transaktion löst zudem Push-Benachrichtigungen und Mitteilungen in der Mailbox aus.
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Grundsätzlich gibt es bei Scalable keine Abstufungen, was den Zugriff aufs Konto angeht, also etwa eine Unterscheidung, dass die KI nur Daten auslesen, aber keine Transaktionen tätigen darf. Nutzer:innen schalten die KI-Anbindung entweder als Ganzes frei oder gar nicht. Bei einigen KI-Assistenten können einzelne Funktionen aber von Seiten des Modells deaktiviert werden. So kennt beispielsweise Claude für solche Anbindung die drei Berechtigungsstufen “Blockiert”, “Genehmigung erforderlich” und “Immer erlauben”. Scalable übernimmt dafür keine Garantien.
Insgesamt liegt das Risiko für die Anbindung und Nutzung der KI-Modelle klar aufseiten der Kund:innen. Wie schon beim in die App integrierten KI-Assistenten „Insights“ weist Scalable selbst explizit darauf hin, dass die von der KI erzeugten Antworten, Empfehlungen oder Transaktionen nicht in der Verantwortung des Fintechs liegen und keine Anlageberatung darstellen. Privatanleger:innen folgen ihnen also auf eigene Gefahr.
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Hinweis zum Datenschutz
So funktioniert die Anbindung von ChatGPT & Co.
Die neue Funktion lässt sich direkt im Scalable-Kundenkonto bei den Sicherheitseinstellungen aktivieren. Technisch läuft die Anbindung der Chatbots dann entweder über eine CLI-Applikation (Command Line Interface), die sich direkt auf dem eigenen Gerät installieren lässt und sich besonders für lokal betriebene KI-Modelle eignet, oder über einen MCP-Server (Model Context Protocol). Letzteres ist ein ursprünglich von Anthropic entwickelter offener Standard, um KI-Assistenten mit externen Tools und Daten zu verbinden.
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Scalable ist nicht der erste Finanzdienstleister, der in Europa seine Schnittstelle für KI-Agenten öffnet. Auch die Kryptoplattform Bitpanda sowie die Geschäftsbanken Qonto und Finom lassen solche Anbindungen bereits zu.
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Für die Fintechs geht es dabei auch darum, auszutesten, wie Kund:innen künftig KI-Assistenten einsetzen. Außerdem wollen sie sich selbst im Spiel halten, sollten Anleger:innen in Zukunft ihre Finanzentscheidungen hauptsächlich über KI-Chatbots treffen.
Laut einer Bitkom-Umfrage sind Nutzer:innen beim KI-Einsatz in der Geldanlage noch zwiegespalten. So begreift zwar eine Mehrheit den KI-Einsatz bei Themen wie Geldanlage, Finanzplanung oder Kreditberatung eher als Chance (56 Prozent) denn als Risiko (40 Prozent). Allerdings lehnt rund die Hälfte (49 Prozent) die Nutzung von KI bei Finanzthemen grundsätzlich ab. 27 Prozent der Befragten wünschen dagegen sogar, dass eine KI künftig den Großteil ihrer Finanzentscheidungen übernimmt. Jeder Vierte hat Chatbots wie ChatGPT schon konkret um finanziellen Rat gebeten.
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