Sizilien: Tausende Urlauber sitzen nach Ätna-Ausbruch fest

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Seit Freitag ergießen sich aus zwei Schloten des 3324 Meter hohen Ätnas auf Sizilien gewaltige Lavaströme, wie das italienische Institut für Geophysik und Vulkanologie mitteilte. In der vergangenen Nacht öffnete sich zudem ein weiterer Krater. Infolge der riesigen Aschewolken über der italienischen Insel im Mittelmeer können auf dem Flughafen Catania deutlich weniger Maschinen starten oder landen. Mehr als 200 Flüge mussten bereits umgeleitet oder gestrichen werden. Auch an diesem Dienstag gab es nur wenige Starts und Landungen.

Alarmstufe rot für Catania

Die 300.000-Einwohner-Stadt Catania liegt im Osten Siziliens am Fuße des Ätnas. Für Flugzeuge gelten hohe Sicherheits-Standards. Für Catania wird immer wieder die höchste Warnstufe Rot ausgerufen. Das bedeutet, dass eine Eruption mit erheblichem Ausstoß von Asche unmittelbar bevorsteht oder bereits in Gang ist.

Sizilien gehört zu den beliebtesten Reisezielen in Italien. Jetzt, mitten in der Hochsaison, sind Zehntausende Urlauber dort. Die Unterkünfte sind oftmals ausgebucht, ebenso die Flüge vom Airport der Inselhauptstadt Palermo aus. Auch die Zugverbindungen von der Insel nach Rom - über eine Fähre - sind auf Tage ausgebucht.

30.000 Touristen betroffen

Von den Flugbehinderungen sind laut Schätzungen etwa 30.000 Touristen betroffen. Viele von ihnen verbrachten bereits eine Nacht am Flughafen in Catania. Gestrandete Passagiere dort berichteten von überfordertem Personal.

Aschewolken verdunkeln den Himmel - glühend heiße Lava bahnt sich ihren Weg Bild: Salvatore Allegra/Anadolu Agency/IMAGO

Unklar ist nach wie vor, wann der Flugbetrieb in Catania wieder halbwegs normal laufen wird. Auf dem Rollfeld stehen zahlreiche Flugzeuge, die mit Abdeckungen vor dem Ascheregen geschützt werden. Insbesondere die Triebwerke müssen besonders geschützt werden. Die Start- und Landebahnen müssen immer wieder von Vulkanasche gereinigt werden. Pro Jahr werden am Flughafen in Catania mehr als zwölf Millionen Passagiere abgefertigt.

Vulkanasche auf einem Fahrzeug in Catania Bild: Lena Klimkeit/dpa/picture alliance

Der Ascheregen belastet aber auch den Alltag von Inselbewohnern und Touristen. Die feinen Partikel setzen sich auf der Haut, Autos, Straßen und Gehwegen fest. Vorbeifahrende Fahrzeuge wirbeln den grauen Staub auf.

Trotz der Probleme zieht der Vulkan weiter Touristen an. Bei Einbruch der Dunkelheit pilgern Schaulustige nun abends zu den Aussichtspunkten, um die rotglühenden Lavaströme vor dem Nachthimmel zu fotografieren.

se/pg (dpa, rtr, afp)

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