So hat sich das Freizeitverhalten der Deutschen verÀndert
Trotz Medien legen viele Menschen mehr Wert auf bewusste Erholung und ungeplante AktivitÀten.
25.08.2026 | 1:37 min
Internet, Smartphone und Social Media beschĂ€ftigen die Deutschen in ihrer Freizeit stĂ€rker als noch vor zehn Jahren. Gleichzeitig suchen sie nach Erholung, GesprĂ€chen und Bewegung als Ausgleich zur Arbeit. Das zeigt der "Freizeit-Monitor 2026" der BAT-Stiftung fĂŒr Zukunftsfragen.
FĂŒr die Untersuchung wurden im Juli und August 2026 mehr als 3.000 Menschen ab 18 Jahren zu mehr als 100 FreizeitaktivitĂ€ten befragt. Besonders hĂ€ufig genutzt werden laut der Studie digitale Angebote: Denn sie lassen sich flexibel in den Tag integrieren und jederzeit nutzen.
Mediennutzung im Zehnjahresvergleich
ZDFheute Infografik
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"Erstmalig haben wir abgefragt, wie viele Menschen KĂŒnstliche Intelligenz nutzen und wir haben festgestellt, dass zwei von fĂŒnf sie mindestens einmal die Woche anwenden. Das scheint in der Freizeitnutzung der BundesbĂŒrger angekommen zu sein. Das ist eine der Neuheiten", so Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der "Stiftung fĂŒr Zukunftsfragen".
Musik, Gaming und Social Media gewinnen
Deutlich zeigt sich der Wandel im Vergleich der letzten zehn Jahre: Musik hören gehörte 2016 bei 52 Prozent der Befragten mindestens einmal pro Woche zur Freizeit, 2026 sind es 82 Prozent - also 30 Prozent mehr. Auch Gaming und Social Media legten deutlich zu.
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17.08.2026 | 3:00 min
Klassische, lineare Medien verlieren dagegen an Bedeutung. Besonders stark bĂŒĂt die BeschĂ€ftigung mit Zeitungen und Zeitschriften ein. Auch Fernsehen und Radio werden seltener genutzt als vor zehn Jahren.
Entspanntes Nichtstun statt aufwendiger Erholung
Vielen Menschen ist es wichtig, sich persönlich auszutauschen. Auch SpaziergĂ€nge, Natur und Sport bleiben fĂŒr viele ein willkommener Ausgleich.
Bei kulturellen AktivitĂ€ten gibt es VerĂ€nderungen: Besuche von Freizeit- und VergnĂŒgungsparks, Museen und Kunstausstellungen, Zoos und Tierparks sowie Konzerte und Festivals haben im Vergleich zu 2016 zugenommen. Clubs und Volksfeste verlieren dagegen an Zuspruch.
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29.07.2026 | 2:00 min
Freie Zeit wird nicht mehr
Konstant ist die Menge der verfĂŒgbaren Freizeit. Seit 1988 schwankt das Zeitbudget an einem normalen Werktag nur um 28 Minuten. 2026 kommen die Befragten auf durchschnittlich 3,56 Stunden Freizeit.
Damit hat die Digitalisierung nicht dazu gefĂŒhrt, dass die Menschen mehr freie Zeit gewinnen. Technische Erleichterungen im Haushalt, schnellere Kommunikation und automatisierte Arbeitsprozesse haben zwar Zeit eingespart, doch zur gleichen Zeit sind neue BeschĂ€ftigungen entstanden. Zudem verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit, wĂ€hrend die stĂ€ndige Erreichbarkeit zusĂ€tzliche Zeit beanspruchen kann.
Zu wenig Sprache, zu viel Bildschirm? Minischule soll helfen
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22.08.2026 | 1:12 min
Junge Frauen und MĂ€nner mit unterschiedlichen Interessen in der Freizeit
Bei den 18- bis 34-JĂ€hrigen Ă€hneln sich die Freizeit-AktivitĂ€ten: Internet, Musik, Social Media, Besorgungen, Chillen und Sport gehören fĂŒr junge Frauen und MĂ€nner zum Alltag. Zukunftsforscher Ulrich Reinhardt beobachtet zudem: "Manche Klischees werden bestĂ€tigt: MĂ€nner sind eher am Zocken, Frauen eher im sozialen Bereich unterwegs." Und:
Es gibt groĂe Unterschiede im Alter: Mittlerweile gibt es mehr junge Frauen, die sich der Handarbeit widmen, als Ă€ltere.
Dr. Ulrich Reinhardt, Zukunftsforscher
18 Prozent der unter 35-JĂ€hrigen stricken oder nĂ€hen regelmĂ€Ăig - das sind mehr als doppelt so viele wie bei den ĂŒber 65-JĂ€hrigen.
29 US-Bundesstaaten klagen gegen Meta: Social Media mache sĂŒchtig. Meta weist das zurĂŒck. Psychologin Julia von Weiler erklĂ€rt: "Es geht darum, unsere Aufmerksamkeit zu binden und das funktioniert".
19.08.2026 | 6:10 min
Die Freizeit soll fĂŒr die meisten Menschen verschiedene BedĂŒrfnisse befriedigen: stĂ€ndige digitale VerfĂŒgbarkeit, den Wunsch nach Ruhe und Erholung und aktive BeschĂ€ftigung. Reinhardt sagt: "Freizeit ist das, was uns gut tut. Insofern werden viele AktivitĂ€ten konstant bleiben: einfach chillen, nichts tun, faulenzen, sich unterhalten lassen, sich informieren."
Ich glaube aber auch an eine Renaissance des Sozialen: Lieber wollen wir doch unsere Freizeit mit anderen verbringen als allein.
Dr. Ulrich Reinhardt, Zukunftsforscher
Annette Yang ist Redakteurin im ZDF-Studio in Hamburg.
Ăber dieses Thema berichtet das ZDF-Mittagsmagazin am 25.08.2026 ab 12 Uhr.