So schildern Polizei und Feuerwehr die Nacht im Tiergarten
Am Rande des CSD in Berlin ist laut Polizei ein Auto in eine Menschenmenge gefahren - eine Person wurde getötet und mehrere Menschen verletzt. ZDF-Reporter Carsten Behrendt ordnet die Lage ein.
26.07.2026 | 2:41 min
Der Christopher Street Day (CSD) in Berlin endete am Samstagabend mit einem Schock. Kurz vor 22 Uhr fuhr im GroĂen Tiergarten ein Fahrzeug mehrere Menschen an. Eine Frau starb, zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt, drei davon lebensgefĂ€hrlich.
Die Ermittler suchen nach den HintergrĂŒnden der Tat.
CSD in Berlin: Als die ersten Notrufe eingehen
Um 21:58 Uhr wurde die Berliner Feuerwehr alarmiert. Grund sei eine "Vielzahl von verletzten Personen" nach einer Gewalttat am Berliner Tiergarten, sagte Feuerwehrsprecher Dominik Pretz dem ZDF.
"Insgesamt haben wir nach derzeitigem Stand 17 Personen vorgefunden, die verletzt waren", erklÀrte Pretz wenige Stunden nach dem Vorfall. Eine davon sei trotz Reanimation an der Einsatzstelle gestorben.
Am Rande des Berliner Christopher Street Days raste am Samstag ein Auto in eine Menschenmenge. Dominik Pretz, Pressesprecher der Berliner Feuerwehr, schildert den Einsatz nach der Tat.
26.07.2026 | 2:50 min
FĂŒr die Feuerwehr trat dabei ein festgelegter Einsatzplan fĂŒr den sogenannten Massenanfall von Verletzten in Kraft. Dazu gehörten Rettungswagen, NotĂ€rzte, eine Verletzten-Sammelstelle und ein Bereich fĂŒr Menschen, die unter Schock standen. "Die Berliner Feuerwehr ist hier aktuell immer noch mit rund 150 KrĂ€ften an der Einsatzstelle tĂ€tig", sagte Pretz in der Nacht nach der Tat.
Angriff im Tiergarten: Was Polizei und Feuerwehr vorfanden
Auch bei der Polizei verbreitete sich die Nachricht binnen Minuten. Polizeisprecher Florian Nath sagte dem ZDF, EinsatzkrĂ€fte seien sofort von Menschen angesprochen worden. Sie gaben die Information ĂŒber den Polizeifunk weiter.
"Wir sind hier alle sofort hingefahren", sagte Nath. Wenige Minuten spÀter waren Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste im Tiergarten im Einsatz.
Als die ersten Beamten den Ort des Geschehens erreichten, wusste zunÀchst niemand genau, was passiert war. "Das sind ganz schummrige NachtverhÀltnisse", sagte Nath mit Blick auf die nur teilweise beleuchteten Wege im Tiergarten.
Florian Nath, Pressesprecher der Polizei Berlin, erlÀutert den Einsatz im Tiergarten am Rande des Berliner Christopher Street Days und die Ermittlungen in der Nacht des Angriffs.
26.07.2026 | 7:03 min
Dort hÀtten mehrere Verletzte am Boden gelegen, "die teilweise stark bluten, die teilweise bewusstlos sind". Sie seien bereits von Ersthelferinnen und Ersthelfern sowie kurz darauf von Feuerwehr und Polizei versorgt worden.
Die Polizei habe "eine groĂe Rettungs- und dann auch Fahndungs- und Ermittlungskette ausgelöst", so Nath.
Geordnete RÀumung des GelÀndes
Feuerwehrsprecher Pretz erklÀrte, der Veranstalter habe das Event nach Bekanntwerden der Tat sofort abgebrochen und evakuiert.
Die Personen, die dann noch im Tiergarten waren, haben dann sehr geordnet den Tiergarten verlassen.
Dominik Pretz, Pressesprecher der Berliner Feuerweh
Trotz der dramatischen Ereignisse sei die RÀumung des GelÀndes ruhig verlaufen. "Das lief also auch ohne Panik ab", sagte Pretz. Die Menschen hÀtten den Tiergarten geordnet verlassen und seien zu umliegenden Bahnhöfen geleitet worden. "Da haben sich alle Berliner vorbildlich verhalten."
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Polizei leitete Ermittlungen ein
WĂ€hrend die Verletzten versorgt wurden, konzentrierten sich die Ermittler auf die Frage nach dem Tathergang.
Die alles entscheidende Frage, die uns momentan umtreibt, ist: Wer war das und wie hat er das geschafft, hier reinzukommen?
Florian Nath, Pressesprecher der Berliner Polizei
Auch das Motiv sei bislang unklar.
Polizeisprecher: "akribische" Sicherheitsvorbereitungen
"Wir sind alle ziemlich betroffen hier", sagte Nath. "Wir haben dieses Event zusammen mit dem Veranstalter akribisch vorbereitet. Wir haben unglaublich viele KrÀfte im Einsatz." Damit Fahrzeuge nicht auf das VeranstaltungsgelÀnde fahren können, seien umfangreiche Zufahrtssperren eingerichtet worden.
Der TĂ€ter mĂŒsse an einer noch unbekannten Stelle unbemerkt in den Tiergarten gefahren sein. Nun werde untersucht, wie das Fahrzeug auf das GelĂ€nde kam, warum der FahrzeugfĂŒhrer die Menschen anfuhr und vor allem, wo dieser nun ist.
Beim CSD in Berlin ist ein Auto in eine Menschenmenge gefahren - die Veranstaltung wurde daraufhin abgebrochen. Laut Polizei gibt es einen Toten und mehrere, teils schwer verletzte Personen.
26.07.2026 | 0:36 min
Keine Hinweise im Vorfeld
Nach Angaben der Polizei gab es vor der Tat keine konkreten Warnsignale. "Wir hatten hierzu ĂŒberhaupt gar keine Veranlassung, an irgendetwas Bösartiges zu denken", sagte Nath. Der CSD sei bis zum Abend friedlich verlaufen.
Gleichzeitig betonte der Sprecher, dass die Polizei frĂŒhere Erfahrungen, insbesondere aus der Aufarbeitung des Breitscheidplatz-Anschlags 2016, genutzt habe. Die Lage sei sofort als "lebensbedrohliche Einsatzlage" eingestuft worden.
Fahndung nach Abdul B.
Inzwischen fahnden Polizei und Generalstaatsanwaltschaft öffentlich nach dem 21-jĂ€hrigen Abdul B. Nach Angaben der Behörden soll er gegen 22 Uhr mehrere Menschen mit einem Fahrzeug verletzt haben. Zudem wird ermittelt, ob anschlieĂend Menschen durch Stichwerkzeuge verletzt wurden.
Die Polizei beschreibt den TatverdĂ€chtigen Abdul B. als schank und etwa 1,90 Meter groĂ. Er soll einen schwarzen Hoodie und weiĂe Hose getragen haben.
Quelle: dpa/Polizei Berlin
Die Berliner Polizei teilte mit: "Bitte sprechen Sie die gesuchte Person bei Antreffen in keinem Fall an und meiden Sie den direkten Kontakt. Sie ist möglicherweise bewaffnet und gefÀhrlich."
Hinweise nimmt die Polizei ĂŒber das Hinweisportal, den Notruf 110 sowie das Hinweistelefon 030 54024111 entgegen.
Quelle: ZDF
Ăber dieses Thema berichtete das ZDF bei heute Xpress am 26.07.2026 ab 0:00 Uhr