Sprengvorrichtungen auch in Sachsen entdeckt

AUDIO: Innenminister ĂŒber Polizeieinsatz in Sachsen: "Vier unbekannte Sprengvorrichtungen" (1 Min)
Angriffe auf Infrastruktur
Stand: 04.09.2026 22:29 Uhr
Nach den AnschlÀgen auf Stromnetze in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg dauert die Fahndung nach einem TatverdÀchtigen an. Im Zusammenhang mit den Angriffen auf die Stromversorgung hat die Polizei auch in Sachsen Sprengvorrichtungen entdeckt. Innenminister Armin Schuster sagte, an zwei Fundorten seien vier Objekte gesichert worden.
von MDR SACHSEN
NRW-Innenminister Herbert Reul teilte mit, bei dem gesuchten VerdĂ€chtigen handelt es sich um einen 48-JĂ€hrigen aus dem Ruhrgebiet. Das Fahrzeug des Mannes sei in Niederzier am Hambacher Forst gestĂŒrmt worden, der Mann jedoch zuvor geflohen. Reul zufolge wurde auch die Wohnung des Mannes durchsucht. Dabei seien sprengstoffverdĂ€chtige GegenstĂ€nde entdeckt worden. Ermittler halten sein Bekennerschreiben, das er verschiedenen Medien geschickt hatte, fĂŒr authentisch.
Die SprengsĂ€tze aus Pyrotechnik sollten KurzschlĂŒsse und StromausfĂ€lle verursachen. Dem Bekennerschreiben zufolge wurden die AnschlĂ€ge aus Protest gegen den Kohleabbau verĂŒbt.
Laufender Einsatz auch in Sachsen
Im Zusammenhang mit Angriffen auf die Stromversorgung hat die Polizei auch in Sachsen "unbekannte Sprengvorrichtungen" entdeckt. "Die PolizeikrÀfte haben in dem noch laufenden Einsatz an zwei Fundorten vier Objekte gesichert und gehen jetzt die EntschÀrfung an", sagte Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) auf dpa-Anfrage.
Bekennerschreiben nach Sabotagen an Stromleitungen
Schuster betonte, die Hinweise auf Sabotage hĂ€tten sich aus einem Bekennerschreiben am Vortag ergeben. Unmittelbar nach dessen Eingang seien schon am Donnerstag intensive SuchmaĂnahmen eingeleitet worden, so Schuster. "Die sĂ€chsischen Sicherheitsbehörden stehen mit allen weiteren betroffenen LĂ€ndern wie Brandenburg und Nordrhein-Westfalen in enger Abstimmung."
Fotografen berichteten von einer Suche an der StaatstraĂe 126 bei Schleife an der Grenze zu Brandenburg. Die Polizeidirektion Görlitz sprach von einem Einsatz nördlich von Bautzen, wollte aber aus taktischen GrĂŒnden keine weiteren Details nennen.
Am 1. September hatte es BeschÀdigungen an Stromleitungen zum Umspannwerk Turnow-Preilack bei JÀnschwalde gegeben.
Stromleitungen bei Schleife an der Landesgrenze Sachsens zu Brandenburg.
MDR (kk)dpa