Syrien begrüßt Streichung von US-Terrorismusliste

"Heute streift Syrien einen dunklen Schandfleck ab und reißt ein schmerzhaftes Kapitel seiner Vergangenheit heraus", sagte der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa am Dienstag in einer Rede. Er sprach US-Präsident Donald Trump und "allen freundlichen und unterstützenden Staaten" seinen Dank aus.
Am Montag hatte die US-Regierung Syrien nach fast fünf Jahrzehnten von der Liste der "staatlichen Unterstützer des Terrorismus" gestrichen. Damit waren Investitionen in das Land weitgehend unterbunden. Es wirkte auf Banken und Investoren bislang stark abschreckend, obwohl die US-Regierung umfassende Sanktionen gegen Syrien breits im Juli 2025 aufgehoben hatte. Washington reagierte damit auf den Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024.
Al-Scharaa im Weißen Haus im November 2025Bild: SANA/AFP
Türkei sieht Chancen für Syrien
Auch die türkische Regierung begrüßte den Schritt der US-Regierung. "Wir glauben, dass diese Entscheidung den Bemühungen Auftrieb verleihen wird, Syriens Beziehungen zur internationalen Gemeinschaft zu stärken und dauerhafte Sicherheit und Stabilität in dem Land zu schaffen", erklärte das türkische Außenministerium. Die Türkei ist ein wichtiger Verbündeter der syrischen Übergangsregierung.
Für die USA keine Terrororganisation mehr - die HTS-Miliz (Archivbild) Bild: Middle East Images/picture alliance
Die US-Regierung hob außerdem ihre Einstufung der islamistischen HTS-Miliz als globale Terrororganisation auf. Al-Scharaa führte diese Miliz an, die das Assad-Regime mit verbündeten Kämpfern gestürzt hatte.
Hürden für den Wiederaufbau beseitigt
Die syrische Übergangsregierung steht vor der großen Herausforderung, das Land nach dem jahrelangen Bürgerkrieg wieder zu vereinen und aufzubauen. Finanzminister Mohammed Barnieh sprach laut der staatlichen Nachrichtenagentur SANA von "einen historischen Erfolg für die syrische Diplomatie". Der Schritt öffne "eine wichtige und lang ersehnte Tür zur Stärkung der Integration Syriens in das globale Wirtschafts- und Finanzsystem, zur Gewinnung von Investitionen und modernen Technologien sowie zur Förderung von Entwicklungsmöglichkeiten", erklärte er.
Noch immer gibt es viel Zerstörung in Syrien - hier ein Vorort von DamaskusBild: Mohamad Chreyteh/DW
Nach fast 14 Jahren Krieg bemüht sich Syrien um Investitionen in Milliardenhöhe für den Wiederaufbau. Im Vorfeld der Streichung von der US-Terrorliste war das Interesse ausländischer Unternehmen gewachsen.
So führte der syrische Finanzminister Barnieh in diesem Monat Gespräche mit Vertretern der Bank of America über eine mögliche Zusammenarbeit. Der Kreditkartenanbieter Mastercard arbeitet zudem mit der QNB Group und der syrischen Zentralbank zusammen, um die Infrastruktur für internationale Kartenzahlungen in dem Land vorzubereiten.
fab/se (afp, rtr)