Tote bei Absturz über den Nazca-Linien in Peru

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs im Süden Perus sind am Samstag 13 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern befinden sich sieben italienische, zwei deutsche und zwei spanische Touristen sowie zwei Besatzungsmitglieder. Überlebende gab es nach Angaben der Behörden nicht. Die Opfer waren zwischen 24 und 78 Jahre alt.
Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte den Tod der beiden Deutschen. Die deutsche Botschaft in Lima stehe wegen des Unglücks in engem Kontakt mit den peruanischen Behörden, hieß es aus Kreisen des Ministeriums.
Notfallmeldung kurz vor dem Absturz
Bei der Maschine handelte es sich um eine Cessna Caravan C-208 der peruanischen Fluggesellschaft AeroDiana. Das Unternehmen bietet touristische Rundflüge von etwa 30 bis 60 Minuten über die berühmten Nazca-Linien an.
Das Flugzeug war am Samstagmittag (Ortszeit) vom Flughafen der Hafenstadt Pisco gestartet. Nach Angaben des peruanischen Verkehrsministeriums meldete die Besatzung eine knappe Stunde später einen Notfall. Anschließend brach der Funkkontakt ab.
Nahaufnahme des AbsturzortsBild: Elvis Comasongo/REUTERS
Die Maschine stürzte im Gebiet Pueblo Viejo in der Gemeinde Vista Alegre in der Provinz Nazca ab. Nach Angaben des peruanischen Senders RPP geriet das Flugzeug nach dem Aufprall in Brand. Eine Rettung der Insassen sei deshalb nicht mehr möglich gewesen. Im Onlinenetzwerk Facebook veröffentlichte Aufnahmen zeigten Feuerwehrleute und Polizisten an den noch qualmenden Trümmern.
Ursache des Absturzes noch unklar
Warum das Flugzeug in die Notsituation geriet, war zunächst nicht bekannt. Die peruanische Flugunfallbehörde CIAA leitete Ermittlungen ein. Auch die Regierung kündigte eine Untersuchung an.
Am Tag vor dem Unglück waren Rundflüge über die Nazca-Linien wegen starker Winde von mehr als 40 Kilometern pro Stunde vorübergehend eingestellt worden. Mehrere Flugzeuge mussten Medienberichten zufolge auf andere Flughäfen ausweichen. Ob das Wetter auch beim Absturz am Samstag eine Rolle spielte, ist bislang unklar.
Luftaufnahme eines Teils der Nazca-LinienBild: Martin Mejia/AP Photo/picture alliance
Perus Staatschefin Keiko Fujimori äußerte ihr Bedauern über das Unglück. Nach ihren Angaben prüfen die Behörden zudem, ob der Betrieb am Flughafen von Pisco vorübergehend eingestellt werden soll.
Der Flughafen ist ein wichtiger Ausgangspunkt für touristische Rundflüge. Dort verkehren zahlreiche Kleinflugzeuge, die vor allem ausländische Besucher über die Wüstenzeichnungen befördern. Da die gewaltigen Figuren vom Boden aus nur schwer zu überblicken sind, werden sie üblicherweise aus der Luft betrachtet.
Bereits mehrere tödliche Unglücke
In der Region hat es in der Vergangenheit wiederholt tödliche Flugzeugabstürze gegeben. Im Jahr 2022 kamen bei einem Unglück sieben Menschen ums Leben, darunter zwei Chilenen und drei Niederländer. Im Oktober 2010 starben vier britische Touristen und zwei peruanische Besatzungsmitglieder beim Absturz eines Flugzeugs der Gesellschaft AirNasca.
Die Nazca-Linien zählen zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Perus und gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die mehrere Jahrhunderte alten Scharrbilder wurden zwischen etwa 500 vor Christus und 500 nach Christus von der Nazca-Kultur in der Wüste im Süden des heutigen Perus angelegt.
Luftaufnahme der Kandelaber-Geoglyphe bei den Nazca-LinienBild: Joerg Hackemann/Visually/picture alliance
Dafür trugen die Menschen die dunkle Kieskruste des Wüstenbodens ab und legten den helleren Untergrund frei. Auf diese Weise entstanden Hunderte teils gewaltige Darstellungen von Tieren, stilisierten Pflanzen, Fantasie- und Fabelwesen sowie geometrischen Formen.
Welche Bedeutung die Bilder ursprünglich hatten, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Einige Forscher vermuten, dass sie religiösen oder astronomischen Zwecken dienten oder eine Art Kalender bildeten.
pgr/gri (dpa, afp, rtr)