Tote und Verletzte nach Angriffen auf ukrainisches Einkaufszentrum

Drohnenangriffe in zwei Wellen
Tote nach Attacke auf ukrainisches Einkaufszentrum
Stand: 21.08.2026 • 22:26 Uhr
Russland hat ein belebtes Einkaufszentrum in der Heimatstadt des ukrainischen Präsidenten angegriffen. Es gibt viele Tote und Verletzte. Selenskyj spricht von einem "hinterhältigen Angriff" in zwei Wellen.
Russland hat in der Südostukraine ein belebtes Einkaufszentrum angegriffen. Mindestens 15 Menschen seien in der Großstadt Krywyj Rih getötet worden, teilten örtliche Behörden mit. Darunter seien auch Kinder.
Es gibt mehr als 130 Verletzte, unter ihnen 23 Kinder. Laut dem Regionalgouverneur Olexandr Hanscha kann die Opferzahl noch weiter steigen. Nach seinen Angaben gerieten mehrere Geschäfte in dem Einkaufszentrum in Brand.
Die russische Armee griff offenbar zunächst mit einer Langstreckendrohne an, später folgte ein Angriff mit einer weiteren Drohne. Ein bisher nicht verifiziertes Video zeigt eine Drohne, die auf das Dach eines Gebäudes stürzt, während aus dem Dach bereits Rauch aufsteigt.
Die eingesetzten Drohnen sollen mit einem Strahltriebwerk ausgestattet worden sein. Russland stellt immer mehr Drohnen dieses Typs her. Sie fliegen deutlich schneller als herkömmliche Drohnen und sind dadurch schwerer abzufangen.
Selenskyj: "Zynischer, hinterhältiger Angriff"
Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach in einem Beitrag auf Facebook von einem "absolut zynischen und hinterhältigen Angriff auf ein gewöhnliches Einkaufszentrum".
Auch er sprach von einem Angriff in zwei Wellen: "Eine halbe Stunde nach dem ersten Treffer und dem Ausbruch eines Brandes folgte ein erneuter Angriff auf die Rettungskräfte", berichtete er. "Solche Angriffe sind schlichtweg Terrorakte."
Die Welt müsse entsprechend darauf reagieren - mit echtem Druck auf den Aggressor. "Damit Frieden herrschen kann, muss Russland tatsächlich zur Verantwortung gezogen werden."
Angriff auf Krywyj Rih vor wenigen Tagen
Die Heimatstadt von Selenskyj liegt rund 350 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kiew. Erst vor wenigen Tagen war Krywyj Rih vom russischen Militär mit Kampfdrohnen und ballistischen Raketen angegriffen worden. Dabei starben nach offiziellen Angaben zwei Zivilisten, mehrere Menschen wurden verletzt.
In der Region Mykolajiw gab es ebenfalls einen russischen Angriff. Dabei starben nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums mindestens vier Menschen, unter ihnen drei Kinder. Zwei der Kinder seien elf Jahre alt gewesen, das dritte Kind war zwölf. Der russische Angriff habe ein Geschäft, eine Apotheke und ein Postamt getroffen.
Auch im ostukrainischen Gebiet Charkiw sind nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen bei Drohnenangriffen auf ein Dorf getötet worden.
Nach Angaben der Vereinten Nationen stieg die Zahl der zivilen Opfer des Kriegs in der Ukraine zuletzt stark an. Im Juli starben demnach 437 Zivilisten, so viele wie seit den ersten Monaten der russischen Invasion nicht mehr.
Tote auch bei ukrainischen Angriffen
Aus dem russisch besetzten Donbass wurden ebenfalls Tote und Verletzte gemeldet. Bei ukrainischen Angriffen seien mindestens fünf Menschen getötet und 13 weitere verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter Denis Puschilin nach Angaben der Staatsagentur Tass mit.
Mit Informationen von Florian Kellermann, ARD-Studio Kiew