Trump streicht Empfehlungen fĂŒr Kinderimpfungen zusammen

US-PrĂ€sident Donald Trump verstĂ€rkt sein Vorgehen gegen Impfungen: Im Beisein seines umstrittenen Gesundheitsministers Robert F. Kennedy Jr. unterzeichnete er am Montag im WeiĂen Haus ein Dekret mit neuen Impfempfehlungen. Darin wird unter anderem dazu aufgerufen, den Abstand zwischen Kindern verabreichten Impfungen zu vergröĂern.
Vorbereitung einer MMR-Impfung im Gesundheitsamt von Andrews, Texas (2025)Bild: Annie Rice/AP Photo/picture alliance
Im Gegensatz zum Stand der medizinischen Forschung suggerierte Trump bei der PrĂ€sentation seines Dekrets zudem erneut mehrmals einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es dafĂŒr keinerlei Belege.
Injektionen "in der GröĂe einer Limonadenflasche"
Ob die Anordnung unmittelbare Auswirkungen haben wird, ist noch unklar. Ein Àhnlicher Umbau der Impfpolitik war im MÀrz von einem Bundesgericht vorlÀufig gestoppt worden, zudem liegen viele Befugnisse zu Impfregeln bei den Bundesstaaten.
Der US-PrĂ€sident sprach vor Journalisten von Injektionen "in der GröĂe einer Limonadenflasche", die Kindern in den USA verabreicht wĂŒrden. Wie genau er auf diesen Vergleich kam, fĂŒhrte er nicht aus. In dem von Trump unterzeichneten Text wird unter anderem empfohlen, die Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln voneinander zu trennen, anstatt sie wie allgemein ĂŒblich in einer einzigen Injektion zu verabreichen.
Im WeiĂen Haus dabei: US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. (r.)Bild: Andrew Leyden/ZUMA/picture alliance
FĂŒr einen besonderen Nutzen einer Aufteilung des kombinierten Impfstoffs gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) gibt es nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC keine wissenschaftlichen Belege. Einzelimpfstoffe gegen diese drei klassischen Kinderkrankheiten sind in den USA derzeit zudem nicht verfĂŒgbar. Gesundheitsexperten warnen, dass zusĂ€tzliche Arzttermine dazu fĂŒhren könnten, dass Jungen und MĂ€dchen lĂ€nger ungeschĂŒtzt bleiben oder spĂ€tere Impfungen ausfallen.
Mehr FĂ€lle von Masern als in den 25 Jahren davor zusammen
Dabei ist die Zahl der auf dem höchsten Stand seit Jahrzehnten. Im Jahr 2000 hatte die Krankheit in den USA eigentlich schon als besiegt gegolten. Danach gab es nur sporadisch immer wieder kleinere AusbrĂŒche. In den vergangenen anderthalb Jahren - Trump ist seit Januar 2025 im Amt - gab es nun mehr FĂ€lle als in den 25 Jahren davor zusammen.
"Vor Jahrzehnten erhielten Kinder nur einen Bruchteil der heute geforderten Impfungen", fĂŒhrte Trump im Oval Office aus. "Damals waren die Menschen weitaus gesĂŒnder, und natĂŒrlich gab es die hohe Autismus-Rate nicht, die wir heute beobachten", fĂŒgte er hinzu. Der PrĂ€sident kam bei der Vorstellung der neuen Impfempfehlungen mehrmals auf Autismus zu sprechen, schrĂ€nkte allerdings zugleich ein: "Wir wissen nicht", wodurch dieser ausgelöst werde.
In den USA ist seit geraumer Zeit eine steigende Impfskepsis zu beobachten. Die US-Regierung betont, sie strebe weiterhin hohe Impfquoten an - wolle dieses Ziel aber eher durch Information und freiwillige Entscheidungen der Eltern als durch staatliche Vorgaben erreichen.
pg/AR (dpa, afp)
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