Waldbrand in der Eifel - Evakuierung in Gemeinde Hürtgenwald

Evakuierung in Hürtgenwald
2.000 Menschen flüchten vor Waldbrand in der Eifel
Stand: 14.08.2026 • 08:50 Uhr
In der Eifel breitet sich seit Donnerstag im Kreis Düren ein Waldbrand aus. Der Hürtgenwalder Ortsteil Gey wurde seit der Nacht vorsorglich evakuiert, etwa 2.000 Menschen sind davon betroffen.
In Nordrhein-Westfalen mussten wegen eines Waldbrandes in der Gemeinde Hürtgenwald etwa 2.000 Bewohnerinnen und Bewohner des Ortsteils Gey vorsorglich in Sicherheit gebracht werden. Hürtgenwald liegt im Westen des Bundeslandes, nahe der Grenze zu Belgien. Insgesamt leben in der Gemeinde in der Eifel knapp 9.000 Menschen.
Für die Betroffenen wurde eine Anlaufstelle in einer Grundschule eingerichtet. Beim Verlassen ihrer Häuser und Wohnungen sollten sie nur die nötigsten privaten Gegenstände sowie Ausweisdokumente mitnehmen und gegebenenfalls Mund und Nase etwa mit einem Stofftuch, Kleidung oder einer Maske bedecken. Inzwischen ist die Evakuierung des betroffen Ortsteils abgeschlossen, wie eine Sprecherin des Kreises Düren mitteilte.
Auch ein Pflegeheim musste evakuiert werden. Zudem wurde der Krisenstab des Kreises Düren einberufen. Das sagte eine Sprecherin des Kreises der Deutschen Presse-Agentur. Der Krisenstab werde nun die aktuelle Lage und das weitere Vorgehen besprechen.
300 Hektar stehen in Flammen
Seit Donnerstagnachmittag haben sich die Flammen in der Region auf eine Fläche von rund 300 Hektar ausgebreitet. Behörden sprechen von einem "Feuer außer Kontrolle" und einer "Großschadenslage", auch, weil in der Nacht keine Löschflugzeuge eingesetzt werden konnten, wie der WDR berichtet. Auch die Warn-App Nina meldete die höchste Warnstufe "Extreme Gefahr".
Inzwischen sind die Flammen bis etwa 400 Meter an den Ort herangerückt. Daher entschied sich die Feuerwehr in der Nacht für die Evakuierung. Derzeit sind etwa 300 Feuerwehrkräfte vor Ort im Einsatz, zudem die Bundeswehr sowie Hilfsorganisationen wie das Technische Hilfswerk (THW), das Deutsche Rote Kreuz und die Malteser. Auch Privatpersonen bringen Löschwasser in das betroffene Gebiet. Es wird versucht, befeuchtete Schneisen zu bilden, um eine Ausbreitung der Flammen einzudämmen.
Die Ursache für den Waldbrand ist noch unklar. Nach Angaben der Gemeinde ist auch der Ortsteil Großhau durch das Feuer gefährdet. Eine Evakuierungsaufforderung gibt es dort bislang nicht. Menschen sind aber aufgefordert, den Bereich zu meiden.
Auch ein Panzer der Bundeswehr wird bei den Löscharbeiten eingesetzt, um den Feuerwehrkräften den Weg durch das Brandgebiet zu bahnen.
Temperaturen bis zu 38 Grad Celsius erwartet
Erschwerend für die Brandbekämpfung dürften die erneut hohen Temperaturen werden, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Nordrhein-Westfalen vorhersagt. Teils sollen sie bis auf 38 Grad Celsius steigen, es wird vor einer starken Wärmebelastung gewarnt. Nur einige höher gelegene Orte im Sauerland und der Eifel sind von der Warnung ausgenommen.
Am Samstag werden zwar etwas niedrigere Werte erwartet, trotzdem soll die Temperatur im Laufe des Tages 29 bis zu 34 Grad Celsius erreichen. Allerdings sagt der DWD für Samstag auch Wolken, Schauer und Gewitter für Nordrhein-Westfalen voraus. Teilweise können sogar Starkregen, Hagel und Sturmböen auftreten.
Mehrere Brände in Nordrhein-Westfalen
In ganz Nordrhein-Westfalen ist die Feuerwehr seit Tagen wegen mehrerer Waldbrände im Einsatz. Ein Feuer loderte seit Mittwoch im Sauerland bei Sundern. Mittlerweile gibt die Feuerwehr aber vorsichtige Entwarnung, die Flammen konnten demnach gelöscht werden. Das Feuer hatte sich auf eine Fläche von etwa 80.000 Quadratmeter ausgebreitet, was in etwa zwölf Fußballfeldern entspricht.
Weitere Brände waren vom Möhnesee, aus Marsberg und der Hellefelder Höhe bei Arnsberg gemeldet worden. Auch in Aachen und Region ist es zu Bränden gekommen, so zum Beispiel in Merzenich. Im Oberbergischen breiteten sich in Lindlar Flammen auf einer Fläche von rund 20.000 Quadratmetern Wald aus. Laut Feuerwehr gibt es nach wie vor noch schwelende Glutnester. Ein Waldbrand in Borken-Hoxfeld nahe der niederländischen Grenze konnte inzwischen vollständig gelöscht werden.