WaldbrÀnde in Frankreich: Dauereinsatz gegen die Flammen

Stand: 25.07.2026 âą 19:37 Uhr
Mehr als 200.000 Menschen wurden vor den BrĂ€nden im SĂŒdwesten Frankreichs in Sicherheit gebracht. Trotz gĂŒnstigerer Wetterbedingungen ist das Feuer weiter auĂer Kontrolle. Die EinsatzkrĂ€fte werden mit zusĂ€tzlichen Soldaten verstĂ€rkt.
In Le Porge, einer der Gemeinden, die das Feuer am hÀrtesten getroffen hat, kÀmpfen die Feuerwehrleute weiter gegen die Flammen. Auf Fernsehbildern ist deutlich zu sehen, wie dichter Rauch den Himmel verdunkelt.
"Der Wind hat das Feuer hierher getragen", berichtet ein Feuerwehrmann französischen Reportern. Industrieanlagen und WohnhĂ€user seien bedroht gewesen. "Wir mĂŒssen entscheiden: Was ist bedroht? Was können wir retten - und was nicht? Wir haben nur begrenzte VorrĂ€te an Wasser, die wir nicht auf dieses Haus verwenden konnten, das die Flammen schon erfasst hatten. Es war aus unserer Sicht verloren - und wir konzentrieren unsere Ressourcen auf das, was nur bedroht war."
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sollen bis zum Abend 1.500 Soldatinnen und Soldaten in die Waldbrandgebiete entsandt werden - hauptsĂ€chlich, um bei der Evakuierung der betroffenen Gebiete zu helfen. Das Feuer nördlich der Bucht von Arcachon ist noch immer nicht unter Kontrolle. Bereits jetzt haben die Flammen eine FlĂ€che verwĂŒstet, die dreimal so groĂ ist wie Paris.
Regen und sinkende Temperaturen
Doch zumindest sind die Wetterbedingungen etwas besser: dank der RegenfÀlle in der vergangenen Nacht und sinkender Temperaturen. "Wir versuchen, diese Entspannung zu nutzen, um das Feuer an seinen RÀndern zu attackieren", so Innenminister Laurent Nuñez am Mittag. "Das bedeutet mehrere Dinge: Es bedeutet GrÀben anzulegen, um das Feuer zu bremsen - oder taktische Feuer zu legen, um eine weitere Ausbreitung des Brandes zu verhindern."
Nuñez bestĂ€tigte, dass ab dem Nachmittag ein speziell umgebautes MilitĂ€rflugzeug des Typs A400M fĂŒr die BrandbekĂ€mpfung im Einsatz ist. UrsprĂŒnglich war das erst ab Mitte kommender Woche geplant. Der A400M kann bis zu 20 Tonnen Flammschutzmittel auf einmal abwerfen.
Ausharren in NotunterkĂŒnften
Tausende Menschen, die vor den Flammen in Sicherheit gebracht wurden, harren unterdessen in NotunterkĂŒnften aus, etwa auf dem MessegelĂ€nde im Norden von Bordeaux, wo sich Feldbetten aneinanderreihen.
"Gestern Abend haben wir nur den Himmel gesehen und ein bisschen Asche, die auf uns gelandet ist. Und deswegen war es heute frĂŒh ganz komisch, dass wir losfahren mĂŒssen, obwohl die Situation fĂŒr uns besser als gestern Abend war", erzĂ€hlt ClĂ©lia Brard dem ARD-Team vor Ort. Sie kommt aus Paris und war in der Region im Urlaub.
Zwar habe sie das Feuer selbst nicht gesehen, sagt ClĂ©lia, doch sie und ihre Familie mussten das Ferienhaus bei Tagesanbruch verlassen. Um drei Uhr nachts sei sie per SMS informiert worden, dass sie Richtung Bordeaux fahren mĂŒssten, erzĂ€hlt sie. "UngefĂ€hr, so wĂŒrde ich sagen, um fĂŒnf sind wir weggefahren: mit den Nachbarn, weil ich kein Auto habe. Und jetzt sind wir hier mit guter UnterstĂŒtzung."
Tour de France kĂŒrzt Strecke ab
Auch bei Biscarrosse, etwa 50 Kilometer sĂŒdlich der Bucht von Arcachon, kĂ€mpfen die Feuerwehrleute weiter gegen die Flammen - hoffen aber, die weitere Ausbreitung des Feuers im Laufe des Tages zu stoppen, trotz starker Winde.
Um die RettungskrĂ€fte zu entlasten, wird die morgige Schlussetappe der Tour de France abgekĂŒrzt. Das haben die Tour-Organisation und die PolizeiprĂ€fektur von Paris mitgeteilt. Der Fahrgast-Service der Bahngesellschaft SNCF ruft zudem dazu auf, bis einschlieĂlich Montag geplante Reisen in die Region zu verschieben.
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