Was in einer Waschküche am Bodensee begann, machte sie zu einer der reichsten Familien des Landes

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Ein unbekannter Weltmarktführer
Mit den Produkten des Unternehmens kommt fast jeder täglich in Berührung, trotzdem ist es vielen unbekannt. Die Geschichte des Weltmarktführers begann mit zwei Brüdern und der elterlichen Waschküche am Bodensee.
Bodensee • Lesedauer: 2 min.
1955 legten die Brüder Alwin und Helmuth Lehner den Grundstein für den heutigen Weltmarktführer in der Waschküche ihrer Eltern.
(Foto:
ALPLA)
Unter der Liste der 100 reichsten Österreicher, die das österreichische Wirtschaftsmagazin „Trend“ kürzlich veröffentlicht hat, dürfte der Ex-Kanzler Sebastian Kurz, der nach seinem Rückzug aus der Politik in die Wirtschaft ging, wohl der prominenteste Neuzugang sein. Kurz, der mit dem israelischen Geschäftsmann Shalev Hulio die KI-Cybersicherheitsfirma Dream Security gründete, wird auf ein Vermögen von 200 bis 400 Millionen Euro geschätzt und steht damit auf Rang 86 des Top-100-Rankings.
Aus Hard am Bodensee: Österreichisches Unternehmen Alpla stellt Kunststoffverpackungen her
Ansonsten finden sich in der Liste der Super-Reichen, die von Red-Bull-Milliardär Mark Mateschitz angeführt wird, viele alte Bekannte. Oder auch alte Unbekannte. Denn unter den Top 10 steht die Inhaberfamilie eines Unternehmens, mit deren Produkten wohl jeder im Alltag in Berührung kommt, dessen Namen viele aber dennoch nicht kennen: Alpla.
Das Unternehmen aus Hard am Bodensee hat sich auf die Herstellung, Entwicklung und Recycling von Kunststoffverpackungen spezialisiert. Es beliefert als Weltmarktführer andere Weltmarktführer: Ob PET-Flaschen von Cola, Zahnpastatuben oder Wasch- und Spülmittel: In vielen Fällen kommt die Verpackung von Alpla.
Begonnen hat die Geschichte des Unternehmens 1955 mit den Brüdern Alwin und Helmuth Lehner in der elterlichen Waschküche in Hard. Dort experimentierten sie an einer Spritzgussmaschine mit den neuen Werkstoffen, um Verpackungen herzustellen.
Die ersten Produkte von Alpla, das sich vom ursprünglichen Namen „Alpenplastik Lehner Alwin“ ableitet, waren Polystyrol-Becher für Senf aus dem benachbarten Lustenau.
Anfänge am Bodensee: Österreichisches Unternehmen ist heute ein Global Player
Aus den bescheidenen Anfängen wurde mit den Jahren ein Global Player. In den 90er-Jahren wird mit dem Fall der Berliner Mauer und der Auflösung des Ostblocks auch der osteuropäische Markt erschlossen. Alpla produziert nun auch in Ungarn, wo die ersten PET-Flaschen für Coca-Cola entstehen.
Heute ist Alpla weltweit tätig und beschäftigt rund 25.440 Mitarbeiter an 206 Produktionsstandorten in 45 Ländern. Auch in Markdorf auf der deutschen Seite des Bodensees hat Alpla ein Werk. Zuletzt machte das Unternehmen mit Stellenabbau am Stammsitz im Vorarlberg Schlagzeilen. Bis zum Jahresende sollen dort bis zu 155 Stellen gestrichen werden.
Die Inhaberfamilie Lehner konnte ihr Vermögen laut dem Wirtschaftsmagazin „Trend“ im Vergleich zum Vorjahr dagegen steigern und wird auf 4,3 Milliarden Euro geschätzt (Vorjahr: 3,9 Milliarden Euro). Damit steht sie auf dem siebten Platz der reichsten Österreicher.