Wasser – Haben wir davon bald nicht mehr genug?

Wasserhahn auf, Wasser läuft. Für uns in ganz selbstverständlich, weil Deutschland genug Wasser hat. Aber die Vorräte schrumpfen. Das hat auch mit der Erderwärmung zu tun, die lange Phasen mit Hitze und Trockenheit häufiger macht. Um echten Mangel auch in Zukunft zu vermeiden, müssen wir unser Wasser deshalb besser im Blick haben und vor allem auf die richtige Verteilung achten.
Deutschland ist ein wasserreiches Land
Unser Wasser stammt aus verschiedenen Quellen. Der größte Teil kommt als Niederschlag zur Erde, der Bäche, Flüsse und Seen speist und die Grundwasserreserven auffüllt. Als Trinkwasser wird vor allem Grundwasser genutzt, nur ein kleiner Teil stammt aus Quellen oder kommt als sogenanntes Uferfiltrat aus Flüssen und Seen. Aber das Wasser ist ungleich verteilt.
Lokale Engpässe
Besonders im Nordosten, wo es wenig Regen gibt und der Boden zu sandig ist, fehlt schon jetzt Wasser. Auch Ballungsgebiete wie Stuttgart oder Hannover verbrauchen mehr Wasser, als dort eigentlich zur Verfügung steht.
Diese Gebiete werden schon heute über Fernwasserleitungen aus wasserreichen Regionen mitversorgt. Insgesamt verbrauchen wir im jährlichen Durchschnitt aber nur etwa 10 Prozent des Wassers, das uns insgesamt zur Verfügung steht.
Wasser brauchen wir nicht nur zum Trinken
Neben Trinkwasser, mit dem wir auch kochen, waschen oder baden, brauchen wir Wasser noch an vielen anderen Stellen, damit unser Leben wir gewohnt funktioniert. Wasser wird auch für die Produktion von Waren in der Industrie benötigt, als Kühlwasser für Kraftwerke, oder für Bewässerung in der Landwirtschaft.
Wassermangel bremst Güterverkehr aus
Auch der Warentransport über die Flüsse ist davon abhängig, dass ausreichend Wasser nachkommt. Wassermangel merken wir häufig zuerst genau dort - an sinkenden Pegelständen von Flüssen und Seen. Dann muss die Industrie ihre Produktion drosseln, Kraftwerke müssen abgeschaltet werden und der Warentransport kommt ins Stocken.
Dass wir in diesen Phasen auch Trinkwasser sparen müssen, hat auch trotzdem vor allem mit unserem Verhalten zu tun. Wenn alle einen Pool im Garten befüllen oder täglich mehrmals duschen wollen, kommt unser Versorgungssystem an die Grenzen. Gleichzeitig verbrauchen wir unseren Wasservorrat schneller.
Das Wasserangebot schwankt im Jahresverlauf
Wenn es im Sommer wenig regnet und lange heiß ist, schrumpfen unsere Wasserreserven. Weil wir in Hitzephasen gleichzeitig oft mehr Wasser verbrauchen als nachkommt, sinkt auch das Grundwasser ab. Solange dieser Verlust im Winterhalbjahr wieder ausgeglichen wird, sind trockene Phasen kein Problem.
Bisher konnten auch besonders trockene Jahre durch feuchtere wieder ausgeglichen werden, wenn mehr Niederschlag versickert und die Grundwasservorräte auffüllt. Dieses Wechselspiel könnte in Zukunft aus dem Gleichgewicht geraten.
Die Erderwärmung macht Wasserknappheit wahrscheinlicher
Wenn es im Sommer in Zukunft öfter über längere Zeit heiß und trocken ist, steigt der Wasserverbauch. Gleichzeitg könnte Starkregen häufiger werden, bei dem das Wasser nicht mehr versickern kann, sondern oberirdisch abfließt oder verdunstet.
Dann fehlt der Nachschub für das Grundwasser. Um trotzdem ausreichend Wasser zu haben, müssen wir also nicht nur dafür sorgen, dass wir im Sommer Wasser sparen, sondern auch, dass wir im Winter möglichst viel Niederschlag speichern können.
Dabei können sogenannte Schwammstädte helfen, in denen das Wasser nicht mehr auf versiegelten Böden in die Kanalisation abfließt, sondern versickern kann. Auch große Wasserspeicher wie Talsperren werden in Zukunft wichtiger.
Auf die Verteilung kommt es an
Wenn trockene Regionen noch trockener werden und auch wasserreiche Gebiete Wasser nicht mehr im Überfluss zur Verfügung haben, kommt es vor allem auf die richtige Verteilung an. Zwischen Sommer- und Winterhalbjahr, zwischen den einzelnen Regionen, aber auch zwischen verschiedenen Verbrauchern.
Bisher dürfen Industrie und Landwirtschaft große Mengen Wasser entnehmen. Auch das muss sich ändern, fordern Fachleute. Denn die Wasserreserven sind nicht unendlich.
Wassersparen wird wahrscheinlich häufiger
Dass wir deshalb in Dürrephasen zum Wassersparen aufgerufen werden oder es sogar zeitweise Verbote gibt, wird vermutlich in Zukunft öfter vorkommen. Echten Wassermangel, bei dem uns das Trinkwasser ausgeht, brauchen wir trotzdem in absehbarer Zeit nicht zu befürchten, wenn wir uns rechtzeitig auf die Veränderungen durch den Klimawandel einstellen.