Würzburg: „Mit Superkraft gegen Krebs“: Würzburger Immuntherapie-Team entwickelt Spiel für MS Wissenschaft

Wenn die MS Wissenschaft vom 8. bis 11. September in Würzburg ankert, können Besucherinnen und Besucher an Bord des Wissenschaftsschiffs erleben, wie Forschung die Medizin von morgen gestaltet. Mit dabei ist das interaktive Exponat „Mit Superkraft gegen Krebs – Was ist die CAR-T-Zelltherapie?“, das in einer Kooperation zweier Würzburger Lehrstühle von Uni und Uniklinik entstanden ist: dem Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie der Medizinischen Klinik II unter der Leitung von Prof. Michael Hudecek und der Games Engineering Group am Lehrstuhl für Human-Computer Interaction unter der Leitung von Prof. Sebastian von Mammen.
Im Mittelpunkt steht die CAR-T-Zelltherapie, ein innovativer Therapieansatz gegen bestimmte Krebserkrankungen, wie es in der Pressemitteilung der Uniklinik heißt. Bei dieser Therapie werden demnach körpereigene T-Zellen aus dem Blut von Patientinnen und Patienten entnommen und im Labor genetisch so verändert, dass sie den Forschern zufolge Krebszellen gezielt erkennen und bekämpfen können. Ausgestattet mit dieser neuen „Superkraft“ würden die Zellen zurückgegeben, wo sie Krebszellen aufspüren und zerstören sollen.
Das Team vom Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie der Uniklinik Würzburg und von der Games Engineering Group hat ein Exponat auf dem Ausstellungsschiff „MS Wissenschaft“ entwickelt.
Foto: Anja Timmermann
Der Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie am UKW erforscht und entwickelt diese Behandlungsform kontinuierlich weiter, unter anderem gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI). Ziel ist es, Zelltherapien wirksamer, sicherer und für mehr Patientinnen und Patienten zugänglich zu machen.
MS Wissenschaft hält in 35 Städten – und auch in Würzburg auf dem Main
Seit 7. Mai schon ist das Ausstellungsschiff in Polen, Deutschland und Österreich unterwegs – mit Halt in 35 Städten. Das Würzburger Exponat sei entlang der Strecke auf großes Interesse gestoßen, sagt Prof. Michael Hudecek. „Wir haben viele Rückmeldungen bekommen, auch von Patientinnen und Patienten. Umso mehr freuen wir uns jetzt auf den Stopp in Würzburg. Hier ist ein großer Teil der Forschung entstanden, die wir mit dem Exponat sichtbar machen.“
Mit „Superkraft“ gegen Krebszellen: Auf der MS Wissenschaft geht es interaktiv zu.
Foto: Ilja C. Hendel
Marie Schramm, Bachelorstudentin in der Games Engineering Group, hat das Spiel im Rahmen ihrer Bachelorarbeit entwickelt und programmiert. Annika Dressler, MTA am Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie, hatte die Idee dazu: „Mit unserem Exponat wollen wir die CAR-T-Zelltherapie spielerisch und hautnah erklären.“ Das Würzburger Team wollte vor allem reinen einfachen Zugang zu einem sehr komplexen Thema schafft, gerade auch für junge Menschen.
Ziel des Teams: Schwieriges Forschungsthema spielerisch erklären
„Krebs und Immuntherapie wirken schnell abstrakt und schwer. Durch das Spielerische wird der Zugang leichter, und gleichzeitig bleibt die Verbindung zur echten Forschung erhalten“, sagt Dr. Thomas Däullary, Postdoc am Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie, der das Projekt wissenschaftlich begleitet hat. Nach der Tour des Ausstellungsschiffs soll das Projekt weitergehen, sagt Christina Pressereferentin Christina Bornschein vom Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie: „Wir planen, das Spiel weiterzuentwickeln und strategischer auszurichten, sodass es über mehrere Level spielbar wird.“
Würzburg wird der letzte Deutschland-Stopp der „MS Wissenschaft“ sein. Vom 8. bis 11. September liegt das etwa 100 Meter lange Frachtschiff mit der schwimmenden Ausstellung in der Nähe der Mainkuh, Höhe Felix-Freudenberger-Platz. Geöffnet ist von 10 bis 18.30 Uhr, Eintritt frei.